Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft

Genderstern oder Generisches Maskulinum – Welche polit-soziologischen Faktoren bedingen die jeweiligen Präferenzen in der deutschen Bevölkerung? Ein Beitrag von Sebastian Jäckle

In einer Online-Umfrage konnten mehr als 10.000 Befragte vorab auswählen, ob sie den Fragebogen gegendert angezeigt bekommen möchten: 21 Prozent wählten die Variante mit Genderstern, 75 Prozent diejenige mit generischem Maskulinum, 4 Prozent trafen keine Auswahl. Die Bereitschaft, die Variante mit Genderstern zu lesen, hängt dabei eng mit politischen Einstellungsmustern zusammen: Personen, die generell eher staatlichen Eingriffen zustimmen, wählen diese häufiger, genauso wie eher linke und eher ökologisch-alternativ ausgerichtete Menschen. Diese grundlegenden politischen Einstellungseffekte sind stärker als Parteieneffekte und weitere Kontrollfaktoren. Das spricht dafür, dass das Thema Gendern tiefliegende identitätspolitische Einstellungsmuster aktiviert und es damit auch in Zukunft ein großes politisches Konfliktpotential besitzen wird.

Zwischen Führungsfigur und Volk: rechtspopulistische Vermittlungen und das affektive Narrativ des betrogenen Volkes. Ein Beitrag von Brigitte Bargetz, Paula Diehl und Nina Eggers

Politik wird auch narrativ und affektiv vermittelt. Das zeigt sich insbesondere im derzeit erstarkenden Rechtspopulismus. Über eine Geschichte vom betrogenen Volk soll das Publikum affiziert werden und sich mit der Führungsperson identifizieren. Dieses affektive Narrativ trägt damit auch zur Normalisierung rechtsextremer Ideologeme innerhalb der Gesellschaft bei.

Steuerpolitik: CO2-Steuern: Segen oder Fluch für die Klimapolitik? Ein Beitrag von Lena Maria Schaffer

Dieser Blogbeitrag möchte aufzeigen, welche politischen Probleme es im Rahmen einer CO2- Steuer geben kann, warum diese die Wirkung des Instruments reduzieren können und einige relevante Kernpunkte zur Lösung dieser Probleme aufzeigen.

Steuerpolitik: Zwischen Verteilungs- und Lenkungszielen. Ein Beitrag von Lukas Haffert

Steuern dienen häufig mehreren Zwecken zugleich: Sie sollen Staatseinnahmen erzielen, Einkommen umverteilen, und das Verhalten von Bürger*innen und Unternehmen lenken. Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich die Steuersysteme von OECD-Ländern unterscheiden und wie verschiedene Umverteilungs- und Lenkungsziele dazu beitragen, diese Unterschiede zu erklären.

Steuerpolitik: Steuern und Geschlecht. Oder warum Viagra ein Grundbedürfnis ist, Tampons aber nicht. Ein Beitrag von Laura Seelkopf

Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer, zahlen aber relativ höhere Steuern. Dieser Blogartikel erklärt, wie Steuersysteme Frauen explizit und implizit diskriminieren. Er fasst zusammen, was wir schon über Geschlecht und Steuerpolitik wissen und wo gerade die Politikwissenschaft noch viel zu erforschen hat.

Steuerpolitik: Warum Steuersysteme so komplex sind: Die politischen Ursachen des Steuermixes in Industriestaaten. Ein Beitrag von Achim Kemmerling

In unserem Beitrag diskutieren wir die wichtigsten politischen Ursachen für sogenannte aufwandsneutrale Steuerreformen in Industriestaaten, d.h. Verschiebungen im Mix aus Einkommen-, Lohn- und Verbrauchsteuern. Da diese Hauptformen der Besteuerung oft eine ähnliche Zielgruppe belasten, sind parteipolitische Ursachen solcher Reformen nur einer von mehreren Faktoren. Die Komplexität der Steuerpolitik schlägt sich letztlich auch in der Komplexität des Steuersystems nieder.

Steuerpolitik: Die Europäische Steuerpolitik im Wandel. Ein Beitrag von Indra Römgens und Aanor Roland

Welche Rolle spielt die EU in der Steuerpolitik? Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen direkten und indirekten Steuern? Wie hat sich die Europäische Steuerpolitik seit der Finanzkrise verändert, und wie können diese Entwicklungen erklärt werden? Mit diesem Beitrag werden Einblicke in die politikwissenschaftliche Literatur gegeben, die sich diesen Fragen widmet.

Steuerpolitik: Die Rolle kriegerischer Auseinandersetzungen. Ein Beitrag von Patrick Emmenegger und André Walter

Obwohl es in der Literatur einen weitgehenden Konsens zum Zusammenhang zwischen Krieg und der Entstehung des modernen Steuerstaates gibt, besteht in viele Punkten Unklarheit, wie und unter welchen Umständen Kriege die Besteuerung langfristig beeinflussen. Im Folgenden skizzieren wir diese offenen Fragen und verweisen auf eine Reihe von Themenfeldern, in denen Forschungsbedarf besteht.

Steuerpolitik: Steuern in der Politikwissenschaft. Ein Beitrag von Laura Seelkopf und Lukas Hakelberg

Ohne Steuereinnahmen, keine Staatsausgaben. Steuersysteme bilden ihre Gesellschaften ab: wie handlungsfähig diese sind, wer sie finanziert und wer nicht, was sie regulieren und was nicht. Trotz dieser zentralen Stellung wird die Analyse der Steuerpolitik in den Politikwissenschaften bisher stark vernachlässigt. Dieser Beitrag zeigt auf, was wir bereits wissen und in welche Richtung zukünftige Forschung gehen sollte.

#WirVsVirus Hackathon: Wie die digitale Zivilgesellschaft die Politik erreicht – und warum sich das Versprechen auf Demokratisierung dennoch nicht einlöst. Ein Beitrag von Sebastian Berg, Veza Clute-Simon, Rebecca Freudl, Niklas Rakowski & Thorsten Thiel

Mit dem #WirVsVirus Hackathon sollten Bürger*innen die Chance bekommen, die Herausforderungen der Corona-Pandemie gemeinsam anzugehen. Die Politik ließ sich auf das neue Format ein. Die Entscheidungshoheit blieb am Ende dennoch den Expert*innen vorbehalten und der Raum für inhaltlichen Austausch begrenzt.