Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft

Lehrpreis Politikwissenschaft. Ein Preis der DVPW und der Schader-Stiftung

Lehrpreis Politikwissenschaft 2022 geht an Julia Schwanholz und Ray Hebestreit

(14.07.2022) Der mit 1.000 Euro dotierte Lehrpreis Politikwissenschaft der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) und der Schader-Stiftung geht 2022 an Dr. Julia Schwanholz und Dr. Ray Hebestreit  von der Universität Duisburg-Essenfür ihr Lehr-Forschungs-Projekt „Smart Cities in Theorie, Empirie und Praxis“.

Dies hat die vierköpfige Jury des Lehrpreises Politikwissenschaft – bestehend aus Prof. Dr. Sonja Blum (Uni Bielefeld), Dr. Lasse Cronqvist (Uni Trier), PD Dr. Matthias Freise (Uni Münster) und Dr. Marilena Geugjes (Schader-Stiftung Darmstadt) am 14. Juli 2022 in Darmstadt bekanntgegeben.

Das prämierte Lehr-Forschungs-Projekt wurde im Wintersemester 2021/22 an der Universität Duisburg-Essen in Kooperation mit der Stadt Wesel angeboten. Ziel des Projekts war es, den aktuellen Stand der niederrheinischen Kommune im Hinblick auf die Entwicklung als Smart City zu analysieren, Potenziale und Herausforderungen herauszuarbeiten und der Stadtspitze anwendungsorientiert konkrete Handlungsempfehlungen für einen weiteren Ausbau ihrer Smart-City-Bemühungen an die Hand zu geben.

Die Jury zeigte sich in ihrer Stellungnahme beeindruckt von der Verbindung theoretisch-konzeptioneller Lehreinhalte mit empirischer Forschung und praktischer Politikberatung durch die Studierenden. Die Teilnehmenden des Projektes erarbeiteten sich zunächst das Konzept der Smart City und analysierten seine Umsetzung mit diesen Kenntnissen in verschiedenen Modellkommunen unterschiedlicher Größe unter Einsatz von Interviews mit Expertinnen und Experten. Auf dieser Grundlage untersuchten die Studierenden schließlich in fünf Arbeitsgruppen über mehrere Wochen hinweg Möglichkeiten und Grenzen einer Umsetzung von Smart City Instrumenten in Wesel. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden in Policy Briefs zusammengefasst, der Öffentlichkeit vorgestellt und der Kommune zur Verfügung gestellt, die ein großes Interesse an der Weiterentwicklung der Smart City hat.

Das Lehrforschungsprojekt vermittelte damit auf vorbildliche Weise fachspezifisches Wissen, Methodenkompetenz, Projekterfahrung und ein lokales Kontaktnetzwerk für den Berufseinstieg. Zudem erzielte die Lehrveranstaltung einen echten praktischen Nutzwert, was die teilnehmenden Studierenden in ihrer Stellungnahme begeistert würdigen.

Der Lehrpreis wird 2022 zum zweiten Mal vergeben. Die Preisverleihung findet am 19. September 2022 in der Schader-Stiftung in Darmstadt statt. Sie ist eingebettet in die Jahrestagung des DVPW-Arbeitskreises Hochschullehre zum Thema „Wozu Politikwissenschaft? Lehre in der Praxis“. Die Preisverleihung wird auch digital übertragen. Eine Anmeldung zur digitalen Teilnahme der hybrid durchgeführten Preisverleihung und zur Jahrestagung ist über die Schader-Stiftung möglich.

Die DVPW und die Schader-Stiftung haben den Lehrpreis Politikwissenschaft 2020 geschaffen, um besondere Leistungen in der politikwissenschaftlichen Lehre auszuzeichnen. Der Preis wird seit 2021 jährlich vergeben, um die besondere Bedeutung der politikwissenschaftlichen Hochschullehre sichtbar zu machen und die Qualität der Lehre in der deutschen Politikwissenschaft zu stärken.

Lehrpreis Politikwissenschaft 2021 geht an Sebastian Möller

(15.07.2021) Der Lehrpreis Politikwissenschaft der DVPW und der Schader-Stiftung geht an Sebastian Möller für sein Forschungsseminar „Schlüssel zur Welt: Die Bremischen Häfen in der Globalen Politischen Ökonomie“, das er im Sommersemester 2020 am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bremen unterrichtet durchgeführt hat.

Dies hat die vierköpfige Jury – bestehend aus PD Dr. Matthias Freise (Uni Münster), Dr. Julia Reuschenbach (Stiftung Berliner Mauer), Prof. Dr. Claudia Ritzi (Uni Trier) und Luise Spieker (Studentin und Vertreterin der Schader-Stiftung) – beschlossen.

Das ausgezeichnete Lehrprojekt wurde im Sommersemester 2020 als Forschungsseminar an der Universität Bremen angeboten. Die Studierenden sollten durch eigene Feldforschung am Beispiel der Bremischen Häfen die Spuren der Globalisierung lokal sichtbar machen.

Die Jury beeindruckten nicht nur das innovative Thema und der aktivierenden Lehransatz, sondern auch die Aufarbeitung und Präsentation der Projektergebnisse, u.a. im Kontext eines „Hafenblogs“. Neben Texten und Kommentaren finden sich auf dem Hafenblog auch Podcasts, Rätsel und Forschungsdaten. Die Ergebnisse des Seminars wurden zudem als Working Paper publiziert.  Pandemiebedingt konnten nicht alle geplanten Exkursionen und Außentermine stattfinden. Mit einer Hafenradtour und einer Integration synchroner und asynchroner Lehrangebote gelang es Herrn Möller jedoch, dennoch ein attraktives und abwechslungsreiches Seminar zu gestalten, das nicht zuletzt auch mögliche Belastungen und zeitliche Restriktionen der Studierenden beachtete. Das Engagement des Lehrbeauftragten, seine Kreativität und Flexibilität sowie das hohe wissenschaftliche Niveau der Texte und Outputs des Seminars überzeugten die Jury.

Die Preisverleihung findet zusammen mit der Vergabe der Dissertationspreise für die Jahre 2019, 2020 und 2021 am 8. September 2021 in der Schader-Stiftung statt. Eine Anmeldung zur digitalen Teilnahme an der voll hybrid durchgeführten Veranstaltung ist über die Schader-Stiftung möglich.

Die DVPW und die Schader-Stiftung haben den Lehrpreis Politikwissenschaft 2020 neu geschaffen, um besondere Leistungen in der politikwissenschaftlichen Lehre auszuzeichnen. Der mit 1.000 EUR dotierte Preis wird ab diesem Jahr jährlich vergeben, um die besondere Bedeutung der politikwissenschaftlichen Hochschullehre sichtbar machen und die Qualität der Lehre in der deutschen Politikwissenschaft stärken.

Bericht und Video-Mittschnitt der Preisverleihung am 8. September 2021 in der Schader-Stiftung