Die Frage, ob TikTok der AfD zu Stimmenzuwächsen unter jungen Wählenden verhilft, wird häufig in der öffentlichen Debatte diskutiert. Ergebnisse einer neuen Studie zur Social-Media-Nutzung während der Europawahl 2024 zeigen jedoch: Erhöhte TikTok-Nutzung führt nicht unbedingt zur Stimmabgabe für die AfD.
Die Minderpräsenz von Ostdeutschen in Spitzenpositionen verschiedener Bereiche wie im Öffentlichen Dienst oder der Wirtschaft, die als eine Ursache für die im Osten Deutschlands größere Unzufriedenheit mit der Demokratie der Bundesrepublik Deutschland gilt, trifft nicht auf die Vertretung von Ostdeutschen in den Bundesvorständen der politischen Parteien zu. Vielmehr weisen die Parteien je nach Vergleichsmaßstab und Definitionskriterium für eine ostdeutsche Zugehörigkeit sogar häufig eine Überrepräsentation auf. Ein Blick auf die Parteien kann lohnend für die breitere Repräsentationsdebatte sein.
SOCIOS ist eine neue Open-Peer-Review-Plattform für Preprints aus den Sozialwissenschaften, die für die Politikwissenschaft spannende Möglichkeiten für frühe Diskussionen und transparentes Feedback aus der Fachcommunity bietet. Als gemeinsames Kooperationsprojekt mehrerer sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienste, darunter dem Pollux für die Politikwissenschaft, stärkt SOCIOS den disziplinübergreifenden Dialog und macht offene Wissenschaft sichtbar und anschlussfähig.
Ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit Scharpf seine Theorie zur Asymmetrie zwischen negativer und positiver Integration in seinem Buch „Regieren in Europa: Effektiv und demokratisch?“ ausformulierte. Die Frage, inwieweit seine Diagnose noch zum Verständnis des Integrationsgeschehens beiträgt, wird in den letzten Jahren in Politik- und Rechtswissenschaften kritisch diskutiert. Wir haben unsere Sicht der Dinge in einem frisch erschienen Beitrag in der Politischen Vierteljahresschrift dargestellt, dessen Ergebnisse wir hier zusammenfassen. Wir bezweifeln, dass die europäische Wirtschafts- und Sozialintegration die von Scharpf diagnostizierten Probleme hat überwinden können.
Peer Review gilt seit über 300 Jahren als Goldstandard wissenschaftlicher Qualitätssicherung. Doch ist das klassische Verfahren noch zeitgemäß? In einer zunehmend offenen Wissenschaftslandschaft wächst die Kritik – zu intransparent, zu langsam, zu wenig Anerkennung für Reviewer*innen. Open Peer Review verspricht Antworten, doch ein nachhaltiger Wandel erfordert mehr als gute Argumente.
In demokratischen Rechtsstaaten haben wir den Anspruch, dass transparente, neutrale, faire und nachvollziehbare Verwaltungsentscheidungen getroffen werden. KI-Anwendungen zur Bewertung von Szenarien werden allerdings oft als „Black Boxes“ empfunden. Der gängige Fall ist, dass menschliche Entscheider*innen Informationen heranziehen, die durch eine (wie auch immer geartete) KI in wenig nachvollziehbarer Weise generiert wurden – es besteht also eine Mensch-Maschine-Interaktion. Ein aktueller Beitrag in der Zeitschrift dms untersuchte, mit welcher Intention junge Verwaltungsentscheider*innen KI-generierte Informationen verwenden würden. Dazu wurden vier verschiedene Intentionen voneinander unterschieden: (1) eine direkte Übernahme der KI-Entscheidung, (2) eine reflektierte Entscheidung unter Berücksichtigung der KI-Empfehlung, (3) eine reine Kenntnisnahme der Empfehlung sowie (4) ein Ignorieren des KI-Systems. Jede Nutzungsintention ließ sich unterschiedlich durch die Faktoren Einfachheit der Nutzung, Systemleistung, Kompetenzerleben, KI-Expertenvertrauen und KI-Überlegenheit erklären.
Flucht und Migration sind auch international politisch hoch umstrittene Themen. Infolgedessen ist die formale Politikgestaltung in diesem Feld häufig erschwert. Dies führt dazu, dass internationale Organisationen über nur stark begrenzte Mandate verfügen. In diesem Beitrag zeige ich, dass internationale Akteure trotz fehlender umfassender offizieller Kompetenzen die globale Migrations- und Asylpolitik gestalten – durch ihre Praxis vor Ort. Durch improvisierte Entscheidungen im Feld und die anschließende Stabilisierung lokaler Lösungen regieren sie Asyl und Migration auf informelle Art und Weise.
Warum löst der Niedergang der Industrie nicht überall denselben populistischen Reflex aus? Tatsächlich entscheidet weniger die Schwere des wirtschaftlichen Niedergangs als vielmehr die Frage, ob der Arbeitsplatzverlust schon eingetreten ist oder erst befürchtet wird. Menschen in ehemaligen Industrieregionen, in denen Arbeitsplätze bereits weggefallen sind, wählen häufiger linkspopulistisch, während Personen in Regionen mit nach wie vor starker Industrie und drohender Zukunftsunsicherheit eher rechtspopulistisch stimmen. Somit ist nicht nur die ökonomische Situation, sondern insbesondere deren Interpretation und emotionale Verarbeitung für populistisches Wahlverhalten ausschlaggebend.
Open Access setzt sich mehr und mehr als Publikationsform durch. Dieser Trend zeigt sich trotz disziplinspezifischer Unterschiede deutlich, so auch in der Politikwissenschaft. Mit Open Access verbinden sich verschiedene Geschäftsmodelle und durch die Strukturen des wissenschaftlichen Publikationsmarktes sind mit der Open-Access-Transformation wissenschaftspolitisch brisante Fragen verbunden.
Die AfD bewegt sich in jüngsten Jahren zunehmend in Richtung Rechtsextremismus. Eine aktuelle empirische Analyse zeigt, dass sich die Wählerschaft der AfD in diesem Zuge zunehmend auf eine extrem rechte Kernanhängerschaft konzentriert hat. In Krisenzeiten scheint es der AfD dagegen zu gelingen, auch Wählersegmente außerhalb der Kernanhängerschaft zu mobilisieren.