FoJuS-Jahrestagung 2026 am 19.-20. Februar an der Universität Potsdam
Die 19. FoJuS-Jahrestagung fand vom 19. bis zum 20. Februar in Potsdam statt und drehte sich um das Thema "Governing Under Pressure: Verwaltungen im Spannungsfeld von Politisierung, Legitimationsdruck und Innovation". Organisiert wurde die Tagung von Oke Seliger. Wir bedanken uns herzlich bei allen Vortragenden, Discussants und Gästen für ihre Beiträge und spannende Diskussionen.
Das finale Tagungsprogramm kann hier als PFD abgerufen werden!
Governing Under Pressure: Verwaltungen im Spannungsfeld von
Politisierung, Legitimationsdruck und Innovation
19. und 20. Februar 2026, Universität Potsdam
„Die Welt ist eine andere geworden […]“ - so leitet die „Initiative für einen
Handlungsfähigen Staat“ ihren Abschlussbericht im Juli 2025 ein.1 Mit dem Ziel, durch
inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit von Expert*innen die
„Gelingensbedingungen“ für Reformprozesse zu identifizieren, möchte die Initiative die
Resilienz deutscher staatlicher Strukturen nachhaltig stärken. Und das nicht ohne Grund:
Globale Krisen wie der Klimawandel, geopolitische Konflikte im östlichen Europa und im
Nahen Osten sowie humanitäre Notlagen fordern Verwaltung und Politik gleichermaßen
heraus. Ob in der Kommune oder im EU-Parlament: Populistische Strömungen gewinnen
an Einfluss, und Parlamentarismus sowie wissenschaftliche Expertise sehen sich
Angriffen ausgesetzt - prominent verkörpert etwa in Argentinien durch die Kettensäge -
oder durch die Big Beautiful Bill in den USA, auf Grundlage derer der föderale
Verwaltungsapparat mit dem finanzpolitischen Rotstift fundamental umgebaut wird.
Vor diesem Hintergrund steht die Frage im Raum, wie das Fundament staatlichen
Handelns in Zeiten anwachsender politischer Polarisierung und Leistungsanforderungen
bei gleichzeitigen demographischen Umbrüchen gestärkt werden kann. Ein sichtbares
Zeichen für die politische Priorität dieser Frage ist die erstmalige Einrichtung eines
eigenständigen Digitalministeriums auf Bundesebene, welches das Wimmelbild
deutscher Digitalisierungsbestrebungen nun ergänzen wird. Kann es gelingen,
Digitalisierungsprojekte in unterschiedlichen Politikfeldern voranzutreiben und zugleich
Rechtsstaatlichkeit, Transparenz und Bürger*innennähe zu gewährleisten? Welchen
Beitrag kann die Policy- und Verwaltungsforschung bei diesen Fragen leisten? Mit
unserem Jahresthema „Governing Under Pressure: Verwaltungen im Spannungsfeld
von Politisierung, Legitimationsdruck und Innovation“ möchten wir diese und
verwandte Fragen in den Blick nehmen:
• Mit welchen Mitteln begegnen Behörden und politische Institutionen auf
kommunaler, regionaler und nationaler Ebene Krisensituationen? Welche
Erkenntnisse aus vergangenen Krisen nutzen Politik und Verwaltung, um bspw.
durch aktive Prävention staatliche Strukturen resilienter zu machen?
• Welche Reformansätze und Innovationen werden in Behörden und politischen
Gremien eingesetzt, um Herausforderungen wie knappe Budgets,
Bürokratielasten, Fachkräftemangel, Energie- und Preiskrisen, Migration und
Klimawandel zu bewältigen?
• Wie verändert sich das Zusammenspiel zwischen Bürger*innen und Verwaltung
bzw. Politik, und welche Folgen hat dies für die Wahrnehmung von
Handlungsfähigkeit und Legitimität staatlichen Handelns?
• Welche Rolle soll die Verwaltungs- und Policy-Forschung bei der Ausgestaltung
einer Verwaltung der Zukunft spielen? Bedarf es angesichts neuer
Herausforderungen auch neue theoretische Ansätze und Konzepte?
Wir laden Euch ein, aus unterschiedlichen theoretischen und methodischen
Perspektiven zu erörtern, wie Verwaltungen angesichts steigender politischer,
gesellschaftlicher und technologischer Anforderungen agieren. Willkommen sind sowohl
qualitative und quantitative empirische Beiträge als auch konzeptionelle Arbeiten in
deutscher und englischer Sprache. Wie immer können im Rahmen der Tagung auch
Papiere in einem frühen Entwicklungsstadium sowie Auszüge aus Dissertationen
vorgestellt werden. Gern richten wir auch offene Panels für Papiere ein, die keinen
unmittelbaren Bezug zum Thema der Tagung haben.
Eure Beitragsvorschläge (Abstracts von circa 500 Wörtern, inklusive 3-5 Schlagwörter)
sendet ihr bitte bis zum 01.11.2025 per E-Mail an Oke Seliger (sseliger@uni-potsdam.de).
Zusagen werden bis zum 17.11.2025 versendet. Wir freuen uns auf zahlreiche Beiträge
und eine spannende Tagung in Potsdam!
Das FoJuS-Sprecher*innenteam
(Oke Seliger, Louisa Süß und Laurin Friedrich)