Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft

Call for Papers für die 16. FoJuS-Jahrestagung

„Transformation gestalten und verwalten: Perspektiven der Policy-Forschung und der Verwaltungswissenschaft auf alte und neue gesellschaftliche Veränderungsprozesse“

2.-3. März 2023, Universität Duisburg-Essen

(den Call als PDF findet ihr hier)


Der Begriff „Transformation“ und der Anspruch, „mehr Fortschritt [zu] wagen“ sind spätestens seit der Veröffentlichung des Koalitionsvertrags der Ampel in aller Munde. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten stehen bedeutende Veränderungen an, mit denen sich die Bundesrepublik, aber auch andere Länder, sowie unterschiedliche politische Ebenen (lokal und regional, national, supra- und international) konfrontiert sehen: Wie erreichen wir das Ziel der Decarbonisierung im Rahmen der Energiewende? Wie treiben wir die Digitalisierung in all ihren unterschiedlichen Facetten – von Smart City über die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen bis zu digitaler Governance – voran? Wie kann eine nachhaltige Daseinsvorsorge aussehen und wie kann die Zukunft der Arbeitswelt gestaltet werden? Wie ist mit den Herausforderungen von Diversität und demographischem Wandel umzugehen? Schließlich stellt sich die Frage, wie eine handlungsfähige Finanzpolitik als Grundlage für viele weitere Transformationen von der kommunalen bis zur europäischen Ebene aussehen kann.
Wenngleich manche dieser Herausforderungen neuartige Problemlagen offenbaren, sind andere schon länger vorhanden und stoßen trotz eines langanhaltenden Problemdrucks auf ausgeprägte Pfadabhängigkeiten. Einige dieser Phänomene erhielten in den letzten Monaten und Jahren ein neues Maß an Aufmerksamkeit durch eine intensivierte politisch-mediale Bespielung sowie ansteigende und immer schneller werdende Informationsflüsse. Zudem kristallisiert sich eine wachsende Interdependenz der Problemlagen heraus, die vermehrt Ambivalenzen zwischen den Herausforderungen offenlegt.
Die kommende FoJuS-Jahrestagung nimmt das skizzierte Problembündel zum Anlass, einen Blick auf sowohl traditionelle als auch neue Herausforderungen sowie deren aktive Gestaltung und Bewältigung durch Politik und Verwaltung zu werfen.
Damit ergeben sich u.a. folgende Fragestellungen:

  • Wie können Politik und Verwaltung diesen neuen (oder auch alten, wiederkehrenden) Herausforderungen der Transformation kurz- und langfristig begegnen? Welche
  • Gestaltungs- und Bewältigungsstrategien zeichnen sich ab? Welche etablierten und/oder neuen Instrumente stehen den jeweiligen Akteuren zur Verfügung?
  • Welche systemischen und strukturellen Veränderungsbedarfe, -impulse und -chancen lassen sich für die Verwaltung einer sich transformierenden Gesellschaft ausmachen? Wie stellt sich die Verwaltung (neu) auf, u.a. in Bezug auf Handlungsfähigkeit, Effizienz, Legitimation und gesellschaftliche Akzeptanz?
  • Wie können nichtstaatliche Akteure die Zukunftsgestaltung beeinflussen? Welche Formen der Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung können beobachtet werden und wie werden diese Akteure in staatliche Institutionen eingebunden?
  • Welche formellen und informellen Institutionen sind bei der Bearbeitung dieser neuen Herausforderungen relevant? Welche neuen und/oder traditionellen Institutionen wirken auf welche Weise bei der Zukunftsgestaltung mit?
  • Wie können Politik und Verwaltung mit Zielkonflikten zwischen den Herausforderungen umgehen?
  • Wie kann das Problembewusstsein für zahlreiche dieser Herausforderungen in „echten“ Politikwandel übersetzt werden, der die starken Beharrungskräfte des Status Quo und die gegebenen Pfadabhängigkeiten überwindet?
  • Inwiefern können sich die Policy-Forschung und die Verwaltungswissenschaft auf bewährte Konzepte, Theorien und Methoden bei der Analyse zentraler Transformationsprozesse stützen? An welchen Stellen braucht es neue Ansätze?

Diese und viele weitere Fragen möchten wir auf der 16. FoJuS-Jahrestagung aus verschiedenen Perspektiven der Policy-Forschung und der Verwaltungswissenschaft beleuchten. Wir freuen uns über theoretische und empirische Einreichungen in deutscher und englischer Sprache. Den oben genannten Fragestellungen kann sich qualitativ oder quantitativ und mit Einzelfallstudien oder vergleichenden Herangehensweisen genähert werden. Zudem freuen wir uns über eine methodische Vielfalt und begrüßen Analysen basierend auf Interviews, Umfragedaten, Dokumenten oder (Quasi-)Experimenten.
Wie immer können im Rahmen der Tagung auch Papiere in einem frühen Entwicklungsstadium sowie Auszüge aus Dissertationen vorgestellt werden. Gern richten wir auch ein „Open Panel“ für Papiere ein, die keinen unmittelbaren Bezug zum Thema der Tagung haben.
Eure Beitragsvorschläge (Abstracts von circa 500 Wörtern und 4-5 Schlagworte) sendet ihr bitte bis zum 31.10.2022 per E-Mail an Sandra Plümer (sandra.pluemer[at]uni-due.de). Zusagen werden bis zum 15.11.2022 versendet.


Wir freuen uns auf eine spannende Tagung und auf zahlreiche Beiträge!
Das FoJuS-SprecherInnenteam
(Camilla Wanckel, Svenja Bauer-Blaschkowski und Sandra Plümer)
 

Save the Date

Die nächste FoJuS-Jahrestagung findet am 2. und 3. März 2023 an der Universität Duisburg-Essen (Campus Duisburg) statt. Wir hoffen auf Präsenz, aber sind pandemiebedingt natürlich flexibel und können entweder auf ein digitales oder hybrides Formar umstellen. Der CfP folgt Mitte August. Wir würden uns freuen, möglichst viele von euch in Duisburg begrüßen zu können!