Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft

Herzlich Willkommen...

... auf den Seiten der Sektion 'Politik und Geschlecht' in der DVPW.

Wir freuen uns über Ihr/Dein Interesse und sind immer auf der Suche nach neuen Mitstreiter*innen, die aus feministischer, queerer, intersektionaler und/oder postkolonial-feministischer Perspektive Politikwissenschaft betreiben.

Bei einem Interesse an einer Mitgliedschaft/Mitarbeit in der Sektion freut sich der Sprecher*innenrat über eine direkte Kontaktaufnahme oder per Email an die Sektion an Bei einem Interesse an PolitikundGeschlechtdvpwde.

Neuigkeiten von uns gibt es auch auf twitter unter @DVPW_Gender.

 

CfP für ein offenes Panel auf dem DVPW-Kongress

Wissenschaft und Wissenschaftskritik in Zeiten des Populismus

Organisator*innen:

  • Mauer, Heike, Dr.; Universität Duisburg-Essen
    heike.mauer@uni-due.de
  • Dormal, Michel, Dr.; RWTH Aachen
    michel.dormal@ipw.rwth-aachen.de

Frist für die Einreichung von Beiträgen: 28-02-2021

Beschreibung:

Die Rolle von Wissenschaft in modernen Demokratien ist von zwei gegenläufigen Tendenzen geprägt. Einerseits gewinnt eine professionalisierte und spezialisierte Wissenschaft angesichts komplexer globaler Probleme an Sichtbarkeit und Gewicht. Zugleich existieren vielfältige Prozesse der gesellschaftlichen Aneignung und Kontestation von Wissen. So zeigte etwa der öffentliche Umgang mit Wissenschaftler*innen in der Corona-Pandemie, dass die Wissensproduktion mit einem Transparenz- und Kontrollgebot konfrontiert wird, das bislang auf politische Amtsinhaber*innen begrenzt war.

Erstere Tendenz entspricht grob der Idee einer „Kompetenzdemokratie“ (Willke), die auf kognitive Problemlösungsmechanismen als Legitimationsressource umstellt, zweitere einer „Aneignungsdemokratie“ (Rosanvallon), die eine breite Verfügung über und Partizipation an Wissen als genuine demokratische Praxis begreift. Erstere hat jedoch eine offene Flanke für expertokratische Rationalisierungen von Politik, die zweite für populistische Elitenkritik.

Bisweilen verschränkt sich beides auch unmittelbar: So kritisieren rechtspopulistische Milieus einerseits unliebsame Wissenschaften wie etwa die Gender Studies als ideologisierte „Pseudowissenschaft“ und berufen sich formal auf das Ideal einer harten, objektiven Wissenschaftlichkeit. Oft nimmt diese Kritik die Form einer Polemik an, bezieht sich auf ‚gefühlte‘ Fakten und bringt den ‚gesunden Menschenverstand‘ gegen wissenschaftliche Expertise in Stellung. Auch in anderen Kontexten wie der Klima- oder Sicherheitspolitik und jüngst der Corona-Krise kultivieren rechtspopulistische Milieus das Feindbild einer elitären, vom Volk entfremdeten Wissenschaft.

Wie sind solche Ambivalenzen vor dem Hintergrund der skizzierten gegenläufigen Tendenzen demokratischer Wissensgesellschaften einzuordnen? Existieren andere, nicht-populistische Formen der Vermittlung? Welche Wahl haben wir, um das Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Demokratie zu gestalten? Zu diesen Themenkomplexen suchen wir konzeptionelle Überlegungen sowie exemplarische Fallstudien aus allen politikwissenschaftlichen Teilbereichen, gerne mit geschlechtertheoretischem Fokus.

Hinweise und Formalia für die Einreichung eines Beitrags

Zur Einreichung eines Beitrags über die Eingabemaske (Frist: 28.02.2021)

 

CfP für ein offenes Panel auf dem DVPW-Kongress

Of women*, mountains, and algorithms: The subjects and objects of knowledge creation and political decision-making

Organisator*innen:

  • Leinius, Johanna, Dr.; Universität Kassel
    leinius@uni-kassel.de
  • Martinsen, Franziska, Dr.; Leibniz Universität Hannover/Universität Duisburg-Essen
    f.martinsen@ipw.uni-hannover.de

Einreichungsfrist: 28-02-2021

Beschreibung:

Globally felt and mediated crises like climate change, the COVID-19-pandemic, and mass migration have increased the need of political decision-makers to consider a variety of views and a multitude of information in order to ensure legitimacy, efficiency and effect.

Movements like #Blacklivesmatter, #Niunamenos or indigenous peoples resisting mining projects, however, are only the most visible symptoms of contemporary democracies’ continuing failings to make the lived experience and knowledge of all members of a society count in political decision-making.

Approaches as different as feminism, postfoundationalism, postcolonial studies, posthumanism, actor-network-theory, and political ontology have engaged with these issues. They have laid open the exclusions inherent in the supposedly universal notion of citizenship, scrutinized how colonization has installed a zone of non-being whose inhabitants do not count as political subjects and criticized the idea of the human as sole political agent. Debates concerning algorithmic editing and decision-making or the existence of social worlds in which earth beings like mountains count as political subjects have also posed the question of who creates political knowledge and who is recognized as political subject anew.

These debates touch the very basis of the political: Whose social realities, experiences, grievances, and demands matter when taking decisions about common concerns? Who is counted as a member of a political community? How are decision-making-processes organized? How are the borders of the political policed and with what effects?

We invite papers that engage with these questions empirically and/or theoretically. Women* and people with multiple marginalised identities are encouraged to apply.

Hinweise und Formalia für die Einreichung eines Beitrags

Zur Einreichung eines Beitrags über die Eingabemaske (Frist: 28.02.2021)

 

Neuerscheinungen in der Reihe 'Politik und Geschlecht'

"Intersektionalität und Postkolonialität. Kritische feministische Perspektiven auf Politik und Macht" hrsg. von Heike Mauer und Johanna Leinius

  

Der Sammelband zeigt den Mehrwert intersektionaler und postkolonialer Ansätze für die feministische Forschung zu Macht und Herrschaft und diskutiert das Verhältnis beider Ansätze zueinander. Die Autor*innen demonstrieren, wie diese innovativen kritischen Ansätze aktuelle gesellschaftswissenschaftliche Debatten unter anderem zu Religion, Gefängniskritik, der Ethik biomedizinischer Forschung, dem Wohlfahrtsstaat oder ökologischen und studentischen Bewegungen im globalen Süden bereichern.

Intersektionale und postkolonial-feministische Perspektiven nehmen die ineinandergreifenden Strukturen von Ungleichheit, Macht und Herrschaft in den Blick. Ein besonderer Fokus beider Ansätze liegt auf der wechselseitigen Konstitution von Rassismus und Sexismus sowie ihrer Effekte auf institutionelle und gesellschaftliche Strukturen, Muster kultureller Repra?sentationen, allta?gliche Interaktionen sowie die Subjektformation.
In der deutschsprachigen Politikwissenschaft und insbesondere in feministischer Forschung werden beide Perspektiven zunehmend zur kritischen Analyse von Macht und Herrschaft eingesetzt. Der Sammelband reflektiert erstmalig systematisch das Verhältnis beider Perspektiven im Kontext der deutschsprachigen politikwissenschaftlichen feministischen Forschung und den Gender Studies. Außerdem zeigt er den analytischen und theoretischen Mehrwert beider Perspektiven für die politikwissenschaftliche Forschung im Allgemeinen.
Die Beiträge legen anhand aktueller Forschungsprojekte dar, welche epistemologischen, ethischen, methodologischen und politischen Auswirkungen die Einnahme einer intersektionalen sowie einer postkolonial-feministischen Perspektiven hat. Aktuelle Debatten der Politikwissenschaften zu islamischer Religion, Gefängniskritik, der Ethik biomedizinischer Forschung, dem Wohlfahrtsstaat oder ökologischen und studentischen Bewegungen im globalen Süden werden aus diesen Perspektiven analysiert.

Zum Download im Open Acess.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit der Printausgabe.

Aktuelle Neuerscheinungen bei 'Politik und Geschlecht - kompakt'

"Netzpolitik. Eine feministische Einführung" von Francesca Schmidt

  

Francesca Schmidt entwirft einen neuen Gesellschaftsvertrag des Digitalen. Anhand von zwei zentralen Themen- und Diskussionsfeldern, „Digitale Gewalt“ und „Überwachung versus Privatheit“, skizziert sie, wie eine geschlechtergerechte
digitale Welt aussehen könnte. Dabei schafft die Autorin einen historischen Zusammenhang, indem sie auf Diskussionen aus den 80er und 90er Jahren und vor allem den Cyberfeminismus Bezug nimmt.

Netzpolitik für und in der digitalen Gesellschaft ist einem steten Wandel unterworfen. Dem noch im Entstehen begriffenen Politikfeld fehlen bislang tiefergehende feministische Analysen für diesen Wandlungsprozess. Diese erste Einführung stellt einen Beitrag zur Schließung dieser Lücke dar. Bisherige Entwicklungslinien, Erkenntnisse und Standpunkte werden zusammengeführt, um daraus entsprechende Visionen und Perspektiven zu entwickeln.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit

"Gewalt - Krieg - Flucht. Feministische Perspektiven auf Sicherheit" Neuerscheinung in der Buchreihe 'Politik und Geschlecht'

Herausgegeben von Antje Daniel, Rirhandu Mageza-Barthel, Melanie Richter-Montpetit, Tanja Scheiterbauer

Was können feministische Perspektiven für die kritische Erforschung von Sicherheit(spolitiken) leisten? Die AutorInnen zeigen mit theoretischen und empirischen Beiträgen die Stärke und Wichtigkeit einer geschlechtssensiblen Perspektive auf das Thema der Sicherheit, welche auch über die politikwissenschaftliche Debatte hinausreicht. Dabei hinterfragen die Autorinnen tradierte Sicherheitskonzeptionen und erweitern das Verständnis von Krieg, Gewalt und Sicherheit, indem sie die Geschlechterverhältnisse einbeziehen. Besonders die Bedeutung von Ökonomie, Recht und Flucht wird im Zusammenhang von Geschlecht und Sicherheit berücksichtigt.

Ferner ergänzen sie die bislang verhaltene deutschsprachige Diskussion um internationale Perspektiven. Der Sammelband besteht aus einem einleitenden Teil und drei inhaltlich gegliederten Teilen: Die beiden einführenden Beiträge fächern die Themengebiete und Fragestellungen auf, die aus der Verknüpfung von Sicherheitsstudien und Geschlechterstudien hervorgehen. Im ersten inhaltlichen Teil des Bandes werden die Herausforderungen einer feministischen Perspektive auf Sicherheitsfragen aufgrund struktureller, vor allem politisch-ökonomischer Analysen deutlich. Unter dem Titel ‚Sicherheit, Recht und Advocacy’ widmet sich der zweite Teil des Bandes der Rolle des Rechts in der Umsetzung von Sicherheit in Konflikt- und Postkonfliktgesellschaften. Die Beiträge im dritten Teil beschäftigen sich mit Flucht, Migration und sexualisierter Gewalt.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten gibt es hier.

Themenwoche "Pandemie" auf gender-blog.de

In Kooperation mit dem Gender-Blog sind die folgenden Beiträge im Rahmen der "Themenwoche Pandemie" auf gender-blog.de erschienen.

Ost-West-Ungleichheiten in westeuropäischen Pflegeregimes von Eszter Kováts
Corona, postkolonialer Feminismus und Necropolitics in Indien von Christine Löw
Sexarbeit und Corona: Die Pandemie als Druckmittel der Verdrängung von Giovanna Gilges und Joana Lilli Hochstetter
The Anti-Gendered Face of the Corona Crisis: The Case of Turkey von Sedagul Yavuz
Karriere von Wissenschaftlerinnen? Nur ohne Kind(er)! von Sandra Brunsbach und Ines Weber

Keynote Lecture: Anna M. Agathangelou: “Radical Queer and Global Black Anti-Capitalist Abolition Futures” (7. Juli 2020)

Wir freuen uns, dass wir die Keynote unserer ausgefallen Sektionstagung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem Arbeitsbereich Politik und Geschlechtverhältnisse, am Institut für Politikwissenschaft, Philipps-Universität Marburg als Online-Lecture durchführen können und laden alle herzlich dazu ein:

Anna M. Agathangelou(York University, Toronto):
“Radical Queer and Global Black Anti-Capitalist Abolition Futures”

Luxemburg Lecture Monday, 7th of June 2020, 7 p.m. via Livestream

White supremacy along with COVID-19 have been lethal with 505 500 dead globally so far which disproportionately affects Black, visible minorities and migrants worldwide. Simultaneously, LGBTQ+ and black oppression are inscribed in global racial capitalism that orients itself toward certain possibilities by accessing and experimenting with social reproduction and life.

In her lecture, Anna M. Agathangelou argues that abolition demands of us to understand how certain forms of queerness emerge as an instituted perspective, a frame, and an operation separated from other forms of violence and power. She investigates this emerging instituted perspective from the vantage point of anti-blackness, the global lethality of white supremacy, and global racial capitalism. Employing a radical queer/black feminist anti-capitalist poetics, she argues for the need of a radical anti-capitalist and anti-white supremacy analytical impulse. By grappling with the ways these emerging institutionalities – with regard to radical anti-capitalist queerness and in conjunction with anti-blackness – are moving to imagine anti-capitalist futures beyond the current map of globality whose ontological horizons are limited by raciality. She also engages with Black Lives Matter , Audre Lorde and Frantz Fanon´s radical critique of global racial capitalism. In conclusion she shows that contemporary Covid-19 structures of violence demand new ways of thinking abolition where queerness and anti-blackness are no longer turned into figures of innovation for capital but rather sites and poetries of unshackling the fetishes and fantasies impoverishing the world.

hosted by Katharina Pühl (RLS) und Inga Nüthen (Philipps-Universität Marburg)

Anna M. Agathangelou  teaches at York University, Toronto at the Department of Politics.  She is the co-editor (with Kyle D. Killian) of Time, Temporality and Violence in International Relations. (De) Fatalizing the Present, Forging Radical Alternatives (2016), co-editor of (with Nevzat Soguk) of Arab Revolutions and World Transformations (2013), co-author with L.H.M. Ling, of Transforming World Politics: From Empire to Multiple Worlds (2009) and author of the Global Political Economy of Sex: Desire, Violence and Insecurity in Mediterranean Nation-States (2004).

Die Notwendigkeit einer feministischen Analyse der Corona-Krise. Ausgangspunkte für eine demokratische, solidarische und intersektionale Gesellschaftsvision. Appell zum (wissenschafts-)politischen Umgang mit der COVID 19-Pandemie

Feministische Politikwissenschaft versteht sich von jeher als gesellschaftskritische und demokratisierende Kraft. Ihr Einsatz ist das Sichtbarmachen von multiplen Macht- und Herrschaftsverhältnissen, die auch in auf Gleichheit verpflichteten Demokratien fortwirken. Aus dieser Perspektive zeigen sich die in der aktuellen „Corona-Krise“ offensichtlich werdenden Ungleichheiten als Zuspitzungen von Widersprüchen, die bereits die gesellschaftliche „Normalität“ vor der Pandemie geprägt haben.

Das Coronavirus trifft uns nicht alle gleich. Im Gegenteil: Die Corona-Krise hat (auch) ein Geschlecht. In der politischen Bewältigung der Krise offenbart sich brennglasartig die Hartnäckigkeit vergeschlechtlichter Ungleichheiten in ihren intersektionalen Verschränkungen mit anderen Machtverhältnissen, die höchst unterschiedliche Formen von Verletzlichkeit produzieren. Dieser Problemlage steht jedoch die Privilegierung dominanter maskuliner, weißer Perspektiven in der Interpretation der Pandemie gegenüber, die in den Medien, der Wissenschaft, in Politik und Öffentlichkeit zum Ausdruck kommt.

Aufgrund dieser Schieflage, die selbst schon Ausdruck gesellschaftlicher Ungleichheit ist, fordern wir einen wissenschaftlichen wie politischen Umgang mit der Pandemie, der miteinander verschränkte Ungleichheitsverhältnisse systematisch berücksichtigt und feministische und andere gesellschaftskritische Perspektiven zum notwendigen Ausgangspunkt für eine demokratische und solidarische Bewältigung der Krise macht.

Zum Download des gesamten Appels

 

 

Für den Ausbau diskriminierungs- und gewaltkritischer Strukturen! Stellungnahme und Forderungskatalog kritischer Wissenschaft und politischer Bildung in Zeiten von rassistischer und antisemitischer Gewalt und extrem rechtem Terror

Nach den rassistischen, antisemitischen und antifeministisch motivierten Anschlägen von Hanau und Halle und dem Mord an Walter Lübcke hat die Sektion Politik und Geschlecht in der DVPW gemeinsam mit der Fachgruppe Flucht, Migration, Rassismus- und Antisemitismuskrtitik sowie der Fachgruppe Gender der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA), der Fachgesellschaft Geschlechterstudien, kritnet, dem Arbeitskreis soziale Bewegungen in der DVPW, dem Rat für Migration, der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) eine Stellungnahme sowie einen Forderungskatalog kritischer Wissenschaft und politischer Bildung in Zeiten von rassistischer und antisemitischer Gewalt und extrem rechtem Terror verfasst.

Wir verurteilen Rassismus und Antisemitismus aufs Schärfste. Wir trauern um die Opfer und erklären uns solidarisch mit den Überlebenden und Angehörigen.
Wir stehen für eine engagierte Wissenschaft verschiedener Disziplinen und Forschungsrichtungen: der Politikwissenschaft, der Wissenschaft Sozialer Arbeit, der Soziologie, der Geschlechterforschung, der Migrationsforschung und der Erziehungs- und Bildungswissenschaft. Aus verschiedenen Perspektiven fokussieren wir Studium, Ausbildung, Forschung, politische und berufliche Bildung sowie Soziale Arbeit und entwickeln diese Bereiche weiter. Wir sehen uns in gesellschaftspolitischer Verantwortung und setzen uns kritisch mit Rassismus, Antise-mitismus, (Hetero-)Sexismus, Antifeminismus und weiteren Formen von personeller, institutioneller, struktureller Diskriminierung und ihren Überschneidungen sowie mit der extremen Rechten auseinander.

Zum Volltext der Stellungnahme und dem Forderungskatalog.

Stellungnahme der Sektion Politik und Geschlecht zu den rechtsterroristischen Anschlägen in Hanau

Wir gedenken Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtovi?; Said Nessar El Hashemi, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraço?lu, Vili Viorel Pa?n und Frau R., die in Hanau Opfer rechtsterroristischer Gewalt geworden sind und erklären uns solidarisch mit ihren Angehörigen und Freund*innen sowie den Überlebenden und Verletzten des Anschlags. Wir schließen uns der Erklärung der „Arbeitsgemeinschaft der Frauen- und Geschlechterforschungseinrichtungen Berliner Hochschulen (afg)“ an: „Wir stehen für eine Wissenschaft, die die Verflechtungszusammenhänge von Rassismus, Misogynie, Sexismus und Antisemitismus kritisch untersucht, ihre gesellschaftspolitische Verantwortung in Forschung und Lehre wahrnimmt, und öffentlich Stellung bezieht.“

Zugleich verweisen wir auf die Stellungnahme des Instituts für Medienwissenschaften der Universität Tübingen sowie auf das Manifest für ein plurales, post-migrantische Deutschland der neuen deutschen organisationen (https://neuedeutsche.org/), in dem nicht nur daran erinnert wird, dass „Menschenrechte und Minderheitenschutz“ ein essentieller Teil von Demokratie darstellen, sondern auch konkrete sicherheits-, gesellschafts- und bildungspolitische Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Rassismus, Rechtsextremismus und menschenfeindlichen Ideologien gefordert werden, um Betroffene staatlicherseits endlich wirksam zu schützen. Als Politikwissenschaftler*innen setzen wir uns mit unserer Lehre und Forschung, aber auch in der Wissenschaftskommunikation für eine plurale, auf Menschenrechten und gleicher Teilhabe basierenden Demokratie ein, in der jegliche Formen von Rassismus, Antifeminismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit keinen Platz haben.

14. Sprecher*innenrat der Sektion Politik und Geschlecht der DVPW

 

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