Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft

Herzlich Willkommen...

... auf den Seiten der Sektion 'Politik und Geschlecht' in der DVPW.

Wir freuen uns über Ihr/Dein Interesse und sind immer auf der Suche nach neuen Mitstreiter*innen, die aus feministischer, queerer, intersektionaler und/oder postkolonial-feministischer Perspektive Politikwissenschaft betreiben.

Bei einem Interesse an einer Mitgliedschaft/Mitarbeit in der Sektion freut sich der Sprecher*innenrat über eine direkte Kontaktaufnahme oder per Email an die Sektion an Bei einem Interesse an PolitikundGeschlechtdvpwde

 

Neuigkeiten

Keynote Lecture: Anna M. Agathangelou: “Radical Queer and Global Black Anti-Capitalist Abolition Futures” (7. Juli 2020)

Wir freuen uns, dass wir die Keynote unserer ausgefallen Sektionstagung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem Arbeitsbereich Politik und Geschlechtverhältnisse, am Institut für Politikwissenschaft, Philipps-Universität Marburg als Online-Lecture durchführen können und laden alle herzlich dazu ein:

Anna M. Agathangelou(York University, Toronto):
“Radical Queer and Global Black Anti-Capitalist Abolition Futures”

Luxemburg Lecture Monday, 7th of June 2020, 7 p.m. via Livestream

White supremacy along with COVID-19 have been lethal with 505 500 dead globally so far which disproportionately affects Black, visible minorities and migrants worldwide. Simultaneously, LGBTQ+ and black oppression are inscribed in global racial capitalism that orients itself toward certain possibilities by accessing and experimenting with social reproduction and life.

In her lecture, Anna M. Agathangelou argues that abolition demands of us to understand how certain forms of queerness emerge as an instituted perspective, a frame, and an operation separated from other forms of violence and power. She investigates this emerging instituted perspective from the vantage point of anti-blackness, the global lethality of white supremacy, and global racial capitalism. Employing a radical queer/black feminist anti-capitalist poetics, she argues for the need of a radical anti-capitalist and anti-white supremacy analytical impulse. By grappling with the ways these emerging institutionalities – with regard to radical anti-capitalist queerness and in conjunction with anti-blackness – are moving to imagine anti-capitalist futures beyond the current map of globality whose ontological horizons are limited by raciality. She also engages with Black Lives Matter , Audre Lorde and Frantz Fanon´s radical critique of global racial capitalism. In conclusion she shows that contemporary Covid-19 structures of violence demand new ways of thinking abolition where queerness and anti-blackness are no longer turned into figures of innovation for capital but rather sites and poetries of unshackling the fetishes and fantasies impoverishing the world.

hosted by Katharina Pühl (RLS) und Inga Nüthen (Philipps-Universität Marburg)

Anna M. Agathangelou  teaches at York University, Toronto at the Department of Politics.  She is the co-editor (with Kyle D. Killian) of Time, Temporality and Violence in International Relations. (De) Fatalizing the Present, Forging Radical Alternatives (2016), co-editor of (with Nevzat Soguk) of Arab Revolutions and World Transformations (2013), co-author with L.H.M. Ling, of Transforming World Politics: From Empire to Multiple Worlds (2009) and author of the Global Political Economy of Sex: Desire, Violence and Insecurity in Mediterranean Nation-States (2004).

Die Notwendigkeit einer feministischen Analyse der Corona-Krise. Ausgangspunkte für eine demokratische, solidarische und intersektionale Gesellschaftsvision. Appell zum (wissenschafts-)politischen Umgang mit der COVID 19-Pandemie

Feministische Politikwissenschaft versteht sich von jeher als gesellschaftskritische und demokratisierende Kraft. Ihr Einsatz ist das Sichtbarmachen von multiplen Macht- und Herrschaftsverhältnissen, die auch in auf Gleichheit verpflichteten Demokratien fortwirken. Aus dieser Perspektive zeigen sich die in der aktuellen „Corona-Krise“ offensichtlich werdenden Ungleichheiten als Zuspitzungen von Widersprüchen, die bereits die gesellschaftliche „Normalität“ vor der Pandemie geprägt haben.

Das Coronavirus trifft uns nicht alle gleich. Im Gegenteil: Die Corona-Krise hat (auch) ein Geschlecht. In der politischen Bewältigung der Krise offenbart sich brennglasartig die Hartnäckigkeit vergeschlechtlichter Ungleichheiten in ihren intersektionalen Verschränkungen mit anderen Machtverhältnissen, die höchst unterschiedliche Formen von Verletzlichkeit produzieren. Dieser Problemlage steht jedoch die Privilegierung dominanter maskuliner, weißer Perspektiven in der Interpretation der Pandemie gegenüber, die in den Medien, der Wissenschaft, in Politik und Öffentlichkeit zum Ausdruck kommt.

Aufgrund dieser Schieflage, die selbst schon Ausdruck gesellschaftlicher Ungleichheit ist, fordern wir einen wissenschaftlichen wie politischen Umgang mit der Pandemie, der miteinander verschränkte Ungleichheitsverhältnisse systematisch berücksichtigt und feministische und andere gesellschaftskritische Perspektiven zum notwendigen Ausgangspunkt für eine demokratische und solidarische Bewältigung der Krise macht.

Zum Download des gesamten Appels

 

 

Mitgliederversammlung

Am 7. Mai hat die erste digitale Mitgliederversammlung der Sektion stattgefunden. Es wurde u.a. eine Geschäftsordnung beschlossen. Diese kann im Bereich "Wir über uns" eingesehen und heruntergeladen werden.

Die parallel geplante Tagung "Queer, Widerstand, (Anti-)Kapitalismus und globale Ökonomien. Genealogien, Potentiale und Politiken queer_feministischer Kapitalismus- und Ungleichheitskritik" wird auf Mai 2021 verschoben. Weitere Informationen hierzu folgen in Kürze.

 

Unsere für Mai 2020 in Marburg ist verschoben!

Die für Mai 2020 geplante Sektionstagung „QUEER. WIDERSTAND. (ANTI-)KAPITALISMUS UND GLOBALE ÖKONOMIEN. Genealogien, Potentiale und Politiken queer_feministischer Kapitalismus- und Ungleichheitskritik“ wird verschoben. Weitere Informationen hierzu folgen demnächst.

 

Für den Ausbau diskriminierungs- und gewaltkritischer Strukturen! Stellungnahme und Forderungskatalog kritischer Wissenschaft und politischer Bildung in Zeiten von rassistischer und antisemitischer Gewalt und extrem rechtem Terror

Nach den rassistischen, antisemitischen und antifeministisch motivierten Anschlägen von Hanau und Halle und dem Mord an Walter Lübcke hat die Sektion Politik und Geschlecht in der DVPW gemeinsam mit der Fachgruppe Flucht, Migration, Rassismus- und Antisemitismuskrtitik sowie der Fachgruppe Gender der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA), der Fachgesellschaft Geschlechterstudien, kritnet, dem Arbeitskreis soziale Bewegungen in der DVPW, dem Rat für Migration, der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) eine Stellungnahme sowie einen Forderungskatalog kritischer Wissenschaft und politischer Bildung in Zeiten von rassistischer und antisemitischer Gewalt und extrem rechtem Terror verfasst.

Wir verurteilen Rassismus und Antisemitismus aufs Schärfste. Wir trauern um die Opfer und erklären uns solidarisch mit den Überlebenden und Angehörigen.
Wir stehen für eine engagierte Wissenschaft verschiedener Disziplinen und Forschungsrichtungen: der Politikwissenschaft, der Wissenschaft Sozialer Arbeit, der Soziologie, der Geschlechterforschung, der Migrationsforschung und der Erziehungs- und Bildungswissenschaft. Aus verschiedenen Perspektiven fokussieren wir Studium, Ausbildung, Forschung, politische und berufliche Bildung sowie Soziale Arbeit und entwickeln diese Bereiche weiter. Wir sehen uns in gesellschaftspolitischer Verantwortung und setzen uns kritisch mit Rassismus, Antise-mitismus, (Hetero-)Sexismus, Antifeminismus und weiteren Formen von personeller, institutioneller, struktureller Diskriminierung und ihren Überschneidungen sowie mit der extremen Rechten auseinander.

Zum Volltext der Stellungnahme und dem Forderungskatalog.

Stellungnahme der Sektion Politik und Geschlecht zu den rechtsterroristischen Anschlägen in Hanau

Wir gedenken Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtovi?; Said Nessar El Hashemi, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraço?lu, Vili Viorel Pa?n und Frau R., die in Hanau Opfer rechtsterroristischer Gewalt geworden sind und erklären uns solidarisch mit ihren Angehörigen und Freund*innen sowie den Überlebenden und Verletzten des Anschlags. Wir schließen uns der Erklärung der „Arbeitsgemeinschaft der Frauen- und Geschlechterforschungseinrichtungen Berliner Hochschulen (afg)“ an: „Wir stehen für eine Wissenschaft, die die Verflechtungszusammenhänge von Rassismus, Misogynie, Sexismus und Antisemitismus kritisch untersucht, ihre gesellschaftspolitische Verantwortung in Forschung und Lehre wahrnimmt, und öffentlich Stellung bezieht.“

Zugleich verweisen wir auf die Stellungnahme des Instituts für Medienwissenschaften der Universität Tübingen sowie auf das Manifest für ein plurales, post-migrantische Deutschland der neuen deutschen organisationen (https://neuedeutsche.org/), in dem nicht nur daran erinnert wird, dass „Menschenrechte und Minderheitenschutz“ ein essentieller Teil von Demokratie darstellen, sondern auch konkrete sicherheits-, gesellschafts- und bildungspolitische Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Rassismus, Rechtsextremismus und menschenfeindlichen Ideologien gefordert werden, um Betroffene staatlicherseits endlich wirksam zu schützen. Als Politikwissenschaftler*innen setzen wir uns mit unserer Lehre und Forschung, aber auch in der Wissenschaftskommunikation für eine plurale, auf Menschenrechten und gleicher Teilhabe basierenden Demokratie ein, in der jegliche Formen von Rassismus, Antifeminismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit keinen Platz haben.

14. Sprecher*innenrat der Sektion Politik und Geschlecht der DVPW

 

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