Die deutschsprachige Forschung zu Eliten in der Sozialwissenschaft findet in unterschiedlichen Disziplinen und wissenschaftlichen Communities statt. So gibt es einige Forschungsprojekte, die explizit dem Elitenparadigma folgen, so z.B. Elitenmonitor (u.a. Leipzig), OBELIS (Lausanne) oder Politisch-Administrative Elite (Hamburg). Dennoch ist Forschung mit explizitem Bezug zur Kategorie „Eliten“ in der deutschsprachigen Politikwissenschaft fachlich wenig präsent und institutionalisiert. Das steht in merkwürdigem Kontrast zu der Bedeutung, der Eliten in Konzepten, wie Populismus, Krise der Repräsentation oder Polarisierung zugeschrieben wird.
Allerdings gibt es zahlreiche Forschende, deren Arbeiten zwar nicht unter der Kategorie Elitenforschung laufen, die aber deren zentrale Perspektiven und Fragestellungen aufgreifen bzw. aufgreifen könnten. Beispielhaft zu nennen sind etwa Forschungsarbeiten zu Parlamentarier*innen und Minister*innen, zu Regierungschef*innen, zu Verwaltungseliten, zu lokalen Führungskräften und Amtsinhaber*innen, Professor*innen und Hochschulpräsident*innen, zu Verfassungsrichter*innen oder zu Führungskräften in Wirtschaft, Militär, Medien oder Kirchen.
Allen diesen Forschungsarbeiten ist gemein, dass sie sich mit Personen und Gruppen auf unterschiedlichen Ebenen beschäftigen, die qua ihrer Position und ihrer Ressourcen politische Prozesse, gesamtgesellschaftliche oder regionale Entscheidungen und die Funktionsweise ihrer Institutionen und Organisationen substanzieller und regelmäßiger als andere Akteursgruppen beeinflussen.
Verbindende Analyseperspektiven aus der Elitenforschung sind dabei unter anderem Fragen nach dem (ungleichen) Zugang zu Elitenpositionen, der passiven und aktiven bzw. deskriptiven und substantiellen sowie symbolischen Repräsentation, Karrieremuster und Selektionsmechanismen, Fragen der Elitenzirkulation innerhalb und zwischen den Sektoren, die Stellung und der Einfluss in Policy-Netzwerken, die Entstehung transnationaler Eliten bzw. Elitenwandel allgemein, Elitennetzwerke oder die vertikale Integration von Eliten und Bevölkerung.
Vor diesem Hintergrund soll die Themengruppe: