Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft

Call for Papers Sektionstagung 2027

Politik, Verwaltung und Wissenschaft in Zeiten von Krise, Knappheit und Wandel

Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, 18. und 19. März 2027
 

Politik und Verwaltung stehen gegenwärtig unter erheblichem und vielfältigem Druck. Finanzielle Restriktionen, personelle Engpässe und organisationale Probleme begrenzen staatliche Handlungskapazitäten. Zugleich stellt der zunehmende Erfolg populistischer Akteure etablierte Verfahren, institutionelle Routinen und die Legitimität staatlichen Handelns infrage. Der wachsende Krisen-, Ressourcen- und Politisierungsdruck betrifft dabei nicht nur Regierung und Verwaltung als Gegenstand von verwaltungs- und policy-analytischer Forschung, sondern auch die Verwaltungswissenschaft und Policy-Analyse selbst: Veränderte Förderbedingungen, knappe Forschungsgelder und politische Prioritätensetzungen beeinflussen zunehmend die Ausrichtung und Möglichkeiten wissenschaftlicher Tätigkeit. Damit stellt sich auch die Frage, wie die Wissenschaft diese Entwicklungen angemessen erfassen, erklären und kritisch begleiten kann.
 

Die Tagung nimmt diese Entwicklungen aus verwaltungswissenschaftlicher und aus policyanalytischer Perspektive in den Blick. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Politik, Verwaltung und Wissenschaft mit wachsenden finanziellen, personellen, organisationalen und politischen Belastungen umgehen und unter welchen Bedingungen staatliche Handlungs- und Problemlösungsfähigkeit erhalten oder neu geschaffen werden kann.

  • Wie verändern Populismus, politische Polarisierung und schwindendes Vertrauen die
    Rahmenbedingungen staatlichen Handelns?
  • Wie wirken sich finanzielle Restriktionen, personelle Engpässe und organisationale
    Probleme auf die Handlungs- und Problemlösungsfähigkeit von Politik und Verwaltung
    aus?
  • Welche Strategien entwickeln Politik und Verwaltung zur Bewältigung des wachsenden
    Problem- und Veränderungsdrucks?
  • Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich durch Digitalisierung und
    künstliche Intelligenz für Verwaltungsprozesse, staatliche Leistungen und politische
    Beteiligung?
  • Welche Folgen haben veränderte politische Prioritäten, knappe Forschungsgelder und
    zunehmende Politisierung für die Verwaltungswissenschaft und Policy-Analyse?

Diese und weitere Fragen wollen wir auf unserer nächsten Jahrestagung im Rahmen eines thematischen Schwerpunktes in den Mittelpunkt rücken. Ergänzend sind auch themenoffene Panels geplant. Neben der Präsentation ausgearbeiteter Papiere sind auch Vorstellungen von Projektideen und Konzeptionen („Work in Progress“) willkommen. Die Tagung soll wie immer als thematisch breit aufgestelltes Forum des Austauschs und der Vernetzung zwischen den Forschenden in der deutschsprachigen Policy- und Verwaltungsforschung dienen.
 

Zudem möchten wir darauf aufmerksam machen, dass am 17. und 18. März – ebenfalls in Speyer – die Tagung unserer Nachwuchsorganisation FoJuS stattfinden wird:
www.dvpw.de/sektionen/policy-analyse-und-verwaltungswissenschaft/fojus/tagungen/fojus-jahrestagung-2027
 

Wir freuen uns auf zahlreiche Einreichungen der Abstracts bis zum 15. November 2026 an die Mailadresse der Sektion: policyundverwaltung@dvpw.de. Für jene Beiträge, die der Präsentation von Papers dienen, bitten wir um die Einreichung der Full Papers (im Umfang von ca. 8.000 Wörtern) bis spätestens zum 1. März 2027. Beiträge können auf Deutsch oder Englisch eingereicht werden. Das Programm wird Anfang Januar verschickt.

Der Call for Papers kann hier abgerufen werden.


Das Sprecherteam Nathalie Behnke, Michael Böcher und Anna Wenz-Temming
und Colette Vogeler für die lokale Organisation