Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
10.11. - 12.11.2022

Die Zeit des Populismus, Kiel

Tagung der Themengruppe Populismus (DVPW) in Kooperation mit dem Arbeitskreis Politik und Kultur (DVPW)

Wir leben in der Zeit des Populismus. Weltweit gibt es unzählige populistische Regierungen und Bewegungen: Viktor Orbán in Ungarn, Narendra Modi in Indien, Syriza in Griechenland, Podemus in Spanien, Donald Trump in USA oder Nicolas Maduro in Venezuela sind nur einige der bekanntesten Beispiele. Einige sprechen hier von einem „populistischen Moment“ bzw. einem „populistischen Zeitgeist“. Zugleich scheint der Populismus selbst ein besonderes Verhältnis zu Zeit zu haben, wenn etwa rechtem Populismus vielfach ein Geschichtsrevisionismus zugeschrieben wird und linker Populismus mit einer Idealisierung von Volkssouveränität von der Vergangenheit zehrt. Die Frage der Zeit spielt schließlich auch im Sinne postpopulistischer Politiken eine Rolle: Indem eine Politik nach dem Populismus imaginiert wird, die als Reaktion auf den populistischen Moment bereits in aktuellen Bewegungen präsent ist; aber auch, indem eine Auffassung politischer Zeitlichkeit jenseits populistischer Vorstellungen entworfen wird.

Vor dem Hintergrund dieser Beobachtungen befasst sich die Tagung mit folgenden Fragen:

Kann gegenwärtig von einer Zeit des Populismus gesprochen werden und was zeichnet diesen Moment aus? Erlauben die unterschiedlichen aktuellen Populismen überhaupt, von einer populistischen Zeit zu sprechen, sind sie Ausdruck eines gleichen populistischen Moments? Und welches Zeitverständnis liegt diesen Entwicklungen zugrunde? Wie spielen Populist*innen mit Zeit und Zeitlichkeit? Wie werden in gegenwärtigen Populismen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft imaginiert? Gibt es im populistischen Moment Gegenentwürfe für postpopulistische Politik und welchen Beitrag leisten hier gerade intersektionale queere, feministische und postkoloniale Ansätze?

Mit Vorträgen von Brigitte Bargetz, Tobias Boos, Daniela Caterina, Paula Diehl, Elena Dück, Nina Elena Eggers, Marvin Ester, Éric Fassin, Frank Gadinger, Mareike Gebhardt, Christine Hentschel, Jörg Kemmerzell, Lea Liese, Isabel Lorey, Hannah Merkle, Sara Minelli, Jürgen Portschy, Philipp Rhein, Veith Selk, Jared Sonnicksen und Carola Voß

 

Im Rahmen der Tagung wird am Freitag, 10. November, von 17:30 – 18:30 Uhr, eine Podiumsdiskussion zu „Die Zeit des Rechtspopulismus“ stattfinden.

Mit Johannes Kiess, Ole Meinefeld, Jasmin Siri und Carolin Wiedemann

Organisation: Brigitte Bargetz, Nina Elena Eggers, Sara Minelli, Paula Diehl

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Institut für Sozialwissenschaft

Arbeitsbereich Politische Theorie, Ideengeschichte und Politische Kultur

Internationales Netzwerk für Populismusforschung

Gefördert durch: Collegium Philosophicum (CAU), Programm „Frauen aufs Podium!" (Gleichstellungsbeauftragte, Philosophische Fakultät, CAU), Institut für Sozialwissenschaften/Bereich Politikwissenschaft, Förderverein der Politikwissenschaft der CAU, Arbeitsbereich Politische Theorie, Ideengeschichte und Politische Kultur (CAU)

In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Institut Français Kiel.

 

Anmeldung unter: minelli@politik.uni-kiel.de