Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
08.06. - 09.06.2026

Demokratische Resilienz im Zeitalter Künstlicher Intelligenz, München

Stichtag für Abstracts: 28.02.2026

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Gegenwart und Zukunft demokratischer Gesellschaften in rasantem Tempo. Mit der zunehmenden Verbreitung generativer Modelle, automatisierter Entscheidungsprozesse und algorithmischer Informationssysteme entstehen neue Formen politischer Kommunikation – und mit ihnen viele neue Herausforderungen für Demokratien. Dazu gehören manipulative Informationspraktiken, die beschleunigte und verstärkte Verbreitung digitaler Desinformation, neue (digitale) Öffentlichkeiten sowie eine Verschiebung institutioneller Machtverhältnisse durch datengetriebene Technologien. Gleichzeitig eröffnen KI-Systeme neue Wege (politischer) Partizipation, gemeinsamer Wissensverarbeitung und kollektiver Problemlösung, die u.a. für Demokratiebildung fruchtbar gemacht werden können.

Vor dem Hintergrund global erstarkender anti-demokratischer Dynamiken und wachsender Vertrauensverluste in politische Institutionen ist es von zentraler Bedeutung, KI nicht nur zu regulieren, sondern als gestaltbares soziales und politisches Phänomen zu verstehen. Für Demokratiebildung spielt dies eine entscheidende Rolle: Im Umgang mit KI müssen Menschen – jung und alt – fit gemacht werden. Medienkompetenz wird so zu einer Schlüsselgröße. Diese kann schulisch und außerschulisch vermittelt werden, bleibt aber hinter all ihren Möglichkeiten noch deutlich zurück. Dabei ist es wichtig, dass Menschen erlernen, Anwendungen generativer KI kompetent, kritisch und selbstbestimmt zu nutzen, weil dies eine notwendige Bedingung dafür ist, dass demokratische Gesellschaften resilient gegen Angriffe antidemokratischer Kräfte werden (können). Solche Angriffe können von innen und außen kommen. Autoritär geführte Staaten streuen gezielt Desinformationen oder nutzen ihre Plattformmacht, um mithilfe algorithmischer Verstärkung Frequenzen und Inhalte zu manipulieren. Rechte und linke Populisten bedienen sich ungleich häufiger und effektiver Sozialer Medien, um ihre Botschaften zu platzieren. Für Demokratiebildung und demokratische Resilienz unter den Bedingungen von Künstlicher Intelligenz ergeben sich demnach viele neue Fragen, die alte Gewissheiten teilweise herausfordern oder sogar gänzlich innovative Antworten verlangen.

Im Rahmen der Tagung „Demokratische Resilienz im Zeitalter Künstlicher Intelligenz“ sind Forschende aus wissenschaftlichen Einrichtungen, Lehrkräfte sowie weitere Praktiker*innen eingeladen, theoretische, empirische und praxisorientierte Beiträge einzureichen. Besonders willkommen sind auch Beiträge, die sich aus einer interdisziplinären Perspektive mit dem Tagungsthema befassen. Gesucht werden auch Beiträge, die politikwissenschaftliche oder politikdidaktische Fragestellungen aufgreifen oder im Bereich der angewandten Technologie-Forschung verortet sind. Ebenso von Interesse sind Arbeiten zu schulischen und außerschulischen Bildungskontexten. Demokratietheoretische, -empirische und -praktische Beiträge, die sich mit dem Zusammenhang von Resilienz und Künstlicher Intelligenz befassen, sind ausdrücklich erwünscht.

Die Tagung legt Wert auf Methodenvielfalt, fördert den interdisziplinären Austausch und möchte diesen auch über verschiedene Erfahrungsstufen hinweg ermöglichen.

Geplante Panels

1. Resilienz in der digitalen Gesellschaft

2. Angriffe auf Demokratie in digitalen Räumen

3. Bildung als Resilienzressource in schulischen und außerschulischen Kontexten

4. Offenes Panel