Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Frist: 13.03.2026

CfA - Zwischen Anpassung und Widerstand: Sozial-ökologische Transformation in der Regression?, Tutzing

9.-11. Oktober 2026 | Akademie für Politische Bildung in Tutzing

Im Kontext regressiver gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen weltweit gerät die Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik unter Druck. Die Erosion demokratischer Institutionen und der wachsende Einfluss populistischer und techno-autoritärer Regierungen führen dazu, dass umwelt- und nachhaltigkeitspolitische Ideen, Normen und Programme geschwächt oder sogar ganz abgeschafft werden. Vor dem Kontext einer kriselnden liberalen und multilateralen Weltordnung und zunehmend restriktiv und regressiv agierender staatlicher Institutionen, stellen sich Fragen demokratischer Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik und der politischen Aushandlung von Natur- und Umweltverständnissen sowie gesellschaftlichen Naturverhältnissen in neuem Licht. Umweltpolitik findet sich in zunehmend konfliktiven und polarisierten Auseinandersetzungen wieder. Soziale Bewegungen, NGOs, wissenschaftliche Netzwerke und transnationale Allianzen stehen vor der Herausforderung, sich in einem zunehmend repressiven Umfeld zu behaupten und transformative Prozesse zu gestalten.

Gleichzeitig liegt in einer zunehmenden Politisierung und kritischen Auseinandersetzung mit der sozial-ökologischen Transformation auch eine Chance: Statt einer Reduzierung von Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik auf technologischen Fortschritt und ökologische Modernisierung rücken Fragen zu globaler Gerechtigkeit, sozialem Ausgleich und politischer Ordnung stärker in den Fokus gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Debatten. Nicht zuletzt stellen sich auch Fragen demokratischer Partizipation und Repräsentation.

Im Mittelpunkt der Tagung stehen die Ursachen und Bedingungen regressiver Tendenzen in Politik und Gesellschaft sowie deren Folgen für die Umwelt- und Klimapolitik und mögliche Auswege aus der Regression. Neben institutionellen, ideellen, diskursiven und machtpolitischen Verschiebungen wird es auch um Strategien und Taktiken gehen, mit denen verschiedene Akteure auf aktuelle Regressionen reagieren.

Wir laden Beiträge ein, die sich theoretisch, methodisch und/oder empirisch mit folgenden oder verwandten Fragestellungen auseinandersetzen:

• In welcher Weise sind internationale und multilaterale Umweltabkommen von dem globalen Agieren neuer rechts-autoritärer Regierungen betroffen? Wie verändern sich Normen, und Bürokratien in diesem Kontext?

• Welche historischen Parallelen und Entwicklungslinien lassen sich erkennen und was können wir für die aktuelle Situation daraus lernen?

• Wie entwickelt sich die Klimabewegung weiter? Welche neuen Allianzen und Themenverknüpfungen sind zu beobachten? Welche innovativen Widerstandsstrategien, Protest- und Mobilisierungsformen oder Anpassungsmechanismen lassen sich identifizieren?

• Welche politischen Arenen und Kampagnen sind besonders relevant für eine sozial ökologische Transformation? Wie verändern sich Diskurse, Narrative und politische Maßnahmen in diesem Kontext?

• Inwieweit sind Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik selbst Treiber regressiver Entwicklungen?

• Welche Rolle spielt die (Umwelt-)Wissenschaft? Was bedeutet transformative Wissenschaft in Transformation? Wie kann Wissenschaft der Regression begegnen?

Bitte reicht eure Abstracts (max. 200 Wörter) bis zum 13.3.2026 hier ein: intern.standards-of-governance.de/nextcloud/index.php/apps/forms/s/xdCy5yYecM4sr3Dg2ToYpSGt