Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Frist: 31.05.2024

CfP - „It’s complicated!“ Geschichts- und Erinnerungspolitik in feministischer Perspektive

Willkommen sind theoretische, konzeptionelle und empirische Beiträge, historisch vergleichende wie transnationale Studien oder Case-Studies, die sich geografisch auf Deutschland, Europa oder globale Zusammenhänge beziehen können und sich auf folgende Fragenkomplexe beziehen:

Akteur_innen

  •  Welche Rolle spielen Frauen*, Feminist_innen und feministische Bewegungen bei der Thematisierung von Geschichte in politischen Auseinandersetzungen? Lassen sich Entwicklungen und Konjunkturen feststellen?
  • Auf welche Weise sind Frauen* und andere geschlechtlich marginalisierten Gruppen in politisch-historischen Narrativen repräsentiert? Welche Akteur_innen feministischer Geschichtspolitik lassen sich identifizieren und welche Bedeutung kommen Geschlechterperspektiven in der Geschichts- und Erinnerungspolitik zu?
  • Welche Folgen hatten die Debatten der 1980er und 1990er Jahre um feministische Geschichtspolitik in Bezug auf Nationalsozialismus, Antisemitismus und Täter*_innenschaft? Wie wirken sie in heutigen Debatten nach?

Strategien

  • Welche vergeschlechtlichten Strategien lassen sich in geschichtspolitischen Debatten identifizieren? Welche Diskurs- und Narrativkonstruktionen werden insbesondere von rechtsautoritärem, populistischem Akteur*innen entworfen und verstärkt? Lassen sich Strategien des Verschweigens oder auch Gegenstrategien identifizieren?
  • Welche Rolle kommt Heteronormativität und stereotypen Geschlechterbildern im Feld der Geschichts- und Erinnerungspolitik zu?
  • Welche Rolle spielen geschichts- und erinnerungspolitischer Strategien, Diskurse und Bilder in den geschlechterpolitischen Debatten autoritärer Regime und post-diktatorischer Gesellschaften? Welche qualitativen Unterschiede finden sich zwischen West- und Osteuropa bzw. den Staaten des Globalen Südens? Welche Auswirkungen gibt es, z. B. in Gleichstellungs-, Familien- oder Antidiskriminierungspolitiken?

Konflikte

  • Welche feministischen Auseinandersetzungen um die Bedeutung des kolonialen, patriarchalen Erbes und vergeschlechtlichter postkolonialer Machtverhältnisse prägen gegenwärtige Geschichtspolitiken (z. B. im Hinblick auf die Legitimation feministischer Außenpolitik)?
  • Wie lassen sich Thematisierung und De-Thematisierung geschlechterpolitisch relevanter Vergangenheiten, vergeschlechtlichter öffentlicher Repräsentationen, kollektiver Identitätsangebote und -konstruktionen sowie politisch-historischer Legitimität fassen? Auf welches archivarische Material kann zurückgegriffen werden?
  • Wie können kritische (Selbst-)Reflexionen feministisch-postkolonialer Theorieansätze im Hinblick auf das Erstarken antisemitischer Stereotypisierungen, Reflexe und Gewalt aussehen?

Beitragsvorschläge zu Aspekten, die im Call for Papers angesprochen werden, in diesen Fragen aber möglicherweise nicht erschöpfend aufgegriffen werden, sind ebenfalls willkommen!

Abstracts und Kontakt

Der Schwerpunkt wird inhaltlich von Andrea Genest und Silke Schneider betreut. Wir bitten um ein- bis zweiseitige Abstracts bis zum 31.05.2024 an genest@ravensbrueck.de und silke.schneider@hsbi.de oder an die Redaktionsadresse redaktion@femina-politica.de. Die Femina Politica versteht sich als intersektional feministische Fachzeitschrift. Sie fördert wissenschaftliche Arbeiten von Frauen und anderen geschlechtlich marginalisierten Personen (wie etwa trans*, inter*, nicht-binären oder geschlechternonkonformen Personen) in und außerhalb der Hochschule und lädt zum Einreichen inhaltlich qualifizierter Abstracts ein.

Abgabetermin der Beiträge

Die Schwerpunktverantwortlichen laden auf der Basis der eingereichten Abstracts bis zum 15. Juni 2024 zur Einreichung von Beiträgen ein. Der Abgabetermin für die fertigen, anonymisierten Beiträge im Umfang von 35.000 bis max. 40.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Fußnoten und Literatur) ist der 15. September 2024. Die Angaben zu den Autor*innen dürfen ausschließlich auf dem Titelblatt erfolgen. Alle Manuskripte unterliegen einem double blind Peer Review-Verfahren. Pro Beitrag gibt es ein externes Gutachten (double blind) und ein internes Gutachten durch ein Redaktionsmitglied. Ggf. kann ein drittes Gutachten eingeholt werden. Die Rückmeldung der Gutachten erfolgt bis spätestens 15. November 2024. Die endgültige Entscheidung über die Veröffentlichung des Beitrags wird durch die Redaktion auf Basis der Gutachten getroffen. Der Abgabetermin für die Endfassung des Beitrags ist der 1. Januar 2025.