Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Frist: 30.06.2018

Call for Papers: Bis zu den Gefühlen und wie weiter?

Call for Papers
Bis zu den Gefühlen und wie weiter?

Forschungswerkstatt zu affektiven Methodologien
mit Encarnación Gutiérrez Rodríguez und Christine Hentschel
6. bis 7. Dezember 2018
Universität Wien


Organisation: Brigitte Bargetz, Katja Chmilewski, Myriam Gaitsch, Maria M. Mayer
(Institut für Politikwissenschaft)


Im Zuge des affective turn gewinnt auch in den Sozialwissenschaften die Auseinandersetzung
mit Affekten, Emotionen und Gefühlen zunehmend an Bedeutung. So spielen mittlerweile
Emotionen in zahlreichen Forschungsfeldern eine stetig wachsende Rolle. Doch wie lassen sich
affektive Aspekte von Arbeit, von Staat, Organisationen und Institutionen, von Mobilisierungsprozessen
und sozialen Bewegungen sowie von Subjektivierungsweisen überhaupt empirisch
untersuchen? Wie lassen sich Aussagen über das de/mobilisierende Potential spezifischer
Gefühle wie Solidarität, Empathie, Wut, Scham, Neid oder Angst treffen und welche methodischen
Zugänge helfen ‘uns’ dabei, diese Gefühle überhaupt erst greifbar zu machen?


Welche Rolle etwa spielen Affekte, Emotionen und Gefühle für soziale Bewegungen und
politische Mobilisierung? Mit welchen methodischen Zugängen lassen sich die affektiven
Dimensionen von individuellen Widerstandspraktiken bis hin zu kollektiven Mobilisierungsprozessen
in den Blick nehmen? Welchen Beitrag leistet eine affektorientierte empirische
Analyse von Arbeit und damit verbundenen Ungleichheitsverhältnissen? Welche widerständigen
Praktiken zeigen sich in einer solchen Analyse? Wie können die Machtdimensionen
affektiver Praktiken auch in Texten sicht- und fühlbar gemacht werden?


Diese und zahlreiche andere Fragen werden die Teilnehmer*innen dieser Forschungswerkstatt
ausgehend von ihren empirischen Arbeiten gemeinsam mit Encarnación Gutiérrez Rodríguez
(Justus-Liebig-Universität Gießen) und Christine Hentschel (Universität Hamburg) diskutieren.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie anschließend an affekttheoretische Überlegungen empirisch
gearbeitet werden kann bzw. welche Anknüpfungspunkte sich für empirische Analysen des
Affektiven ergeben. Unterschiedliche Zugänge zu Affekten, Emotionen und Gefühlen verlangen
dabei auch nach einer kritischen Auseinandersetzung mit und einer methodologischen
Weiterentwicklung von bestehenden sozialwissenschaftlichen Methoden.


Die Forschungswerkstatt gliedert sich in eine öffentliche Abendveranstaltung mit Inputs von
Encarnación Gutiérrez Rodríguez und Christine Hentschel und einen eineinhalbtägigen Workshop,
bei dem im Vorfeld verschickte Texte sowie Papers der Teilnehmer*innen gemeinsam
diskutiert werden. Der Schwerpunkt der Präsentationen kann sich auf Erhebungsprozesse oder
auf die Analyse beziehen. Ebenso können methodische und methodologische Überlegungen zur
Arbeit mit Affekten, Emotionen und Gefühlen zur Diskussion gestellt werden.


Einreichung von Abstracts
(Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen (PhD-Studierende, Post Docs), die sich (sozialwissenschaftlich)
mit affektiven Methodologien beschäftigen und die ihre methodischen Zugänge zu
Affekt, Emotion und Gefühl in den eigenen (empirischen) Arbeiten diskutieren und gemeinsam
weiterdenken wollen, sind herzlich eingeladen, sich für eine Teilnahme an der Forschungswerkstatt
zu bewerben. Wir bitten um Abstracts zum geplanten Paper (300-350 Wörter plus
Kurz-CV) bis spätestens 30. Juni 2018
an katja.chmilewski@univie.ac.at. Der Abgabetermin
für die Papers (15.000-20.000 Zeichen) ist der 31. Oktober 2018. Die Teilnehmer*innen
werden im Juli 2018 über eine Zusage informiert.
Leider können keine Reise- und Aufenthaltskosten übernommen werden.

Kooperation
Bereich Governance & Gender (Institut für Politikwissenschaft), IPW Lectures (Institut für
Politikwissenschaft), Eva Flicker (Institut für Soziologie), Forschungsschwerpunkt Gender &
Transformation (Fakultät für Sozialwissenschaften)