Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Frist: 15.01.2019

Call for Papers: Politische Ursachen und Auswirkungen sozio-ökonomischer Ungleichheit

Jahrestagung der Sektion „Politische Ökonomie“ der DVPW

Das Thema Ungleichheit spielt in aktuellen öffentlichen und wissenschaftlichen Debatten eine herausragende Rolle. Inzwischen gibt es eine beachtliche Forschungsliteratur, die sich
mit der Analyse der Ursachen von Ungleichheit (z.B. Globalisierung, technologischer Wandel oder sich verändernde Familienstrukturen) oder ihrer Messung befasst. Die politische Dimension von Ungleichheit ist in vielerlei Hinsicht allerdings noch vergleichsweise wenig erforscht, auch wenn in den letzten Jahren innerhalb der Politikwissenschaft sowie angrenzenden Disziplinen ein stark anwachsendes Interesse an dieser Thematik zu konstatieren ist.


Auf dieser Tagung möchten wir Beiträge vorstellen und diskutieren, die die politischen Ursachen und Auswirkungen sozio-ökonomischer Ungleichheit analysieren. Wir freuen uns über Papiere, die sich zum Beispiel mit folgenden Fragestellungen befassen:


- Analyse von Einstellungen, Wahrnehmungen und Präferenzen auf der Individualebene: Inwiefern prägen verschiedene Arten und Ausprägungen von Ungleichheiten individuelle Einstellungen und Wahrnehmung von Ungleichheit sowie Präferenzen im Hinblick auf gewünschtes staatliches Verhalten? Inwiefern beeinflussen wohlfahrtsstaatliche und sozio-ökonomische Institutionen das Verhältnis zwischen der Makro-Ebene des Policy-Making und der Mikro-Ebene der Einstellungen und Präferenzen? Stimmen objektive und subjektive Wahrnehmung von Ungleichheit überein und wenn nicht, welche Faktoren beeinflussen Wahrnehmungsverzerrungen?
- Analyse von politischem Verhalten und Mobilisierung: Unter welchen Umständen trägt Ungleichheit zu einer Mobilisierung von sozio-ökonomisch Ausgegrenzten bei bzw. wann führt sie vielmehr zu einer Demobilisierung von Outsidern? Welche institutionellen und/oder politischen Bedingungen beeinflussen politische Reaktionen im Sinne von Verhalten und Mobilisierungsanstrengungen? Inwiefern hängt Ungleichheit mit sich verändernden parteipolitischen Wettbewerbs- und Organisationsstrukturen zusammen? Verstärkt sozio-ökonomische Ungleichheit politische Ungleichheiten und kann politische Mobilisierung zu einer Verminderung von Ungleichheit beitragen?
- Analyse von politischen Entscheidungen und Policy Reaktionen: Welche Policy-Reaktionen lassen sich im Zusammenhang mit steigender (oder sinkender) Ungleichheit beobachten? Inwiefern werden bestehende Ungleichheiten durch Verzerrungen in der Responsivität der Policy-Maker verschärft oder gelindert? Welche Auswirkungen haben Policies auf bestehende Muster der Ungleichheit?
- Analyse von internationalen Interdependenzen auf nationale und internationale Ungleichheit: Welche Effekte haben Entwicklungshilfe, internationale Abkommen zu Handel, Migration oder Besteuerung auf die Verteilung von Ressourcen zwischen Ländern? Wie beeinflussen sie nationale Verteilungskonflikte? Und welche Auswirkung hat steigende nationale Ungleichheit auf internationale Politik?


Eingereichte Vorschläge sollten einen Titel, ein Abstract (max. 400 Wörter inkl. Literaturverzeichnis) sowie kurze Angaben zu den einreichenden Personen umfassen. Wir sind offen für unterschiedliche Methoden (qualitativ, quantitativ, Multi-Methoden-Ansätze, etc.), verschiedene Länderregionen und -vergleiche (OECD, Nicht-OECD) und Zeitperioden. Beiträge von Frauen und jüngeren Kolleg*innen sind besonders willkommen. Vorträge können auf Deutsch und Englisch gehalten werden. Voraussichtlich wird bevorzugt für die Förderung jüngerer Kolleg*innen eine finanzielle Unterstützung für Reisekosten durch das Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ zur Verfügung stehen. Bitte schicken Sie Ihr Abstract bis zum  15.01.2019 an: Marius.Busemeyer@uni-konstanz.de