Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Veröffentlicht am: 03.06.2021

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (m/w/d) zur Qualifikation (Promotion) in Teilzeit (65%) befristet für die Dauer von 36 Monaten zu besetzen

Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung (IMGWF), Universität zu Lübeck, Lübeck

Bewerbungsfrist: 30.06.2021

Die Universität zu Lübeck ist eine moderne Schwerpunktuniversität mit den Fächern Medizin und Gesundheitswissenschaften, Informatik, Molekularbiologie, Mathematik in Medizin und Lebenswissenschaften sowie Medizinische Ingenieurwissenschaft. International renommierte Forschung und die hohe Qualität der akademischen Lehre kennzeichnen das Profil unserer Universität.

Am Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung (IMGWF) der Universität zu Lübeck unter der Leitung von Prof. Cornelius Borck ist ab 01. Oktober 2021 eine Stelle als Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (m/w/d) zur Qualifikation (Promotion) in Teilzeit (65%) befristet für die Dauer von 36 Monaten zu besetzen.

Forschungsprojekt

Das IMGWF ist Teil eines neu eingerichteten Forschungsverbundes zur Zeitgeschichte der Psychiatrie. Die interdisziplinäre DFG-Forschungsgruppe „normal#verrückt“ untersucht die Erosion einer Semantik des Wahnsinns, die seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit einer Normalisierung, aber auch einer verstärkten Psychiatrisierung von psychischen Störungen einherging. Die Forschungsgruppe nimmt die Psychiatrie jenseits ihrer Institutionen in den Blick – von der antipsychiatrischen Bewegung über Frauengesundheitshäuser bis hin zur Outsider-Art, um die Deutungsschemata von „normal“ und „verrückt“ einer historischen Analyse zu unterziehen.

In dieser Forschungsgruppe leiten Prof. Cornelius Borck und Prof. Armin Schäfer das Teilprojekt „Alterität und Störung in Psychiatrie und Literatur seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts“. Das Teilprojekt untersucht Austauschbeziehungen, geteilte Problemstellungen, Missverständnisse und Verwerfungen im Verhältnis von Psychiatrie und Literatur aus epistemologischer, literaturwissenschaftlicher und psychiatrie-historischer Perspektive. Das Teilprojekt vergleicht die fachinterne, psychiatriekritische Diskussion durch die Rezeption der Ethnopsychiatrie in Deutschland und im Anschluss an die Übernahme der internationalen Krankheitsklassifikation mit den Aushandlungen um neue literarische Darstellungsweisen von psychischer Alterität.

Die in Lübeck ausgeschriebene Stelle zur wissenschaftlichen Qualifikation (Promotion) soll die Netzwerke, Themen und Diskurse der deutschsprachigen Auseinandersetzung mit der Ethnopsychiatrie und Transkulturellen Psychiatrie im Kontext der zeitgenössischen Theorie-Diskussion in der Psychiatrie rekonstruieren. Das parallele, an der Universität Bochum bei Prof. Armin Schäfer angesiedelte Promotionsvorhaben dient der Erschließung der österreichischen Literaturzeitschrift Freibord. Im Zentrum des gemeinsamen Teilprojekts stehen dabei die Austauschbeziehungen zwischen psychiatrischem und literarischem Diskurs ab den 1970er Jahren. Das Teilprojekt untersucht die Auseinandersetzung mit Psychiatrie in der Literatur und die Rezeption der Ethnopsychiatrie als Orte, an denen Erfahrungen mit psychischer Alterität und Störung artikuliert und reflektiert werden und an denen in dieser Phase eine Pluralisierung der Artikulationen manifest wird.

Anforderungen

Sie haben für dieses Forschungsvorhaben einen sehr guten Masterabschluss in den Fachbereichen Geschichtswissenschaften, Ethnologie, Philosophie, Kulturwissenschaften oder Wissenschafts- und Technikforschung. Als Mitglied im wissenschaftlichen Team können Sie an den oben knapp skizzierten Forschungsbereich anknüpfen, sind mit der selbständigen Durchführung von komplexen Forschungsaufgaben vertraut und finden auch Wege zu schwer zugänglichen Quellenmaterialien. Wünschenswert sind erste Erfahrungen im Bereich wissensgeschichtlicher und wissenschaftsreflexiver Forschung.

Die Eingruppierung erfolgt nach Maßgabe der Tarifautomatik bei Erfüllung der tariflichen Voraussetzungen in die Entgeltgruppe E 13 TV-L. Eine endgültige Stellenbewertung bleibt vorbehalten.

Die Universität zu Lübeck versteht sich als moderne und weltoffene Arbeitgeberin. Wir begrüßen Ihre Bewerbung unabhängig Ihres Alters, Ihres Geschlechts, Ihrer kulturellen und sozialen Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung oder sexuellen Identität. Wir fördern die Gleichberechtigung der Geschlechter. Frauen werden bei gleichwertiger Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorrangig berücksichtigt. Als Bewerberin oder Bewerber mit Schwerbehinderung oder ihnen gleichgestellte Person berücksichtigen wir Sie bei entsprechender Eignung bevorzugt.

Für weitergehende Fragen zum Aufgabengebiet steht Ihnen Herr Prof. Dr. Cornelius Borck: cornelius.borckuni-luebeckde  gern zur Verfügung.

Schriftliche Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (u.a. ein max. 2-seitiges Anschreiben, einen Lebenslauf und relevante Zeugnisse/Zertifikate) richten Sie bitte unter Angabe der Kennziffer 1028/21 bis spätestens 30. Juni 2021 (Eingangsdatum) in einem PDF-Dokument an bewerbunguni-luebeckde oder auf dem Postweg an:

Universität zu Lübeck – Die Präsidentin – Dezernat Personal

Ratzeburger Allee 160, 23562 Lübeck