Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Frist: 30.11.2022

Lobbyismus und parlamentarische Demokratie. Praktiken und Diskurse im 19. und 20. Jahrhundert

Themenvorschläge sollten sich an vier Leitlinien orientieren:

1. Theoretisch-systematische Perspektiven: Welche unterschiedlichen Begriffe und Definitionen von Lobbyismus gibt es und wie sind sie mit unterschiedlichen Demokratiekonzeptionen verbunden? Welche Rolle spielt Lobbyismus bei der Entstehung und Entwicklung der parlamentarischen Demokratie?

2. Kontaktzonen und Kommunikationsbeziehungen: An welchen Orten und über welche Kommunikationskanäle organisiert sich Lobbyismus in der repräsentativen Demokratie? Welche institutionellen Zugangswege und -beschränkungen bestehen für Lobbyistinnen und Lobbyisten, welcher Umwege bedienen sie sich? Welche Bedeutung haben Raum-Arrangements und örtliche Gegebenheiten für lobbyistische Praktiken?

3. Akteure, Kampagnen und Praktiken: Welche typischen Aktivitäten, Organisationsformen und Inszenierungen des Lobbyismus lassen sich historisch identifizieren? Wie sehen Karrieren, Selbstperzeptionen und Tätigkeitsprofile von Lobbyistinnen und Lobbyisten aus? Wie gestalten sich die Arbeitsbeziehungen und das professionelle Verhältnis zwischen Lobbyismus und Abgeordneten, wie wird Distanz zwischen Mandatsausübung und Lobbyarbeit gewahrt? Welche Bedeutung haben „Seitenwechsler“ und Verbandsfunktionäre im Parlamentarismus?

4. Regeln und Diskurse: Wie hat sich der gesellschaftliche Blick auf Lobbyismus im Laufe der Zeit verändert? Welche populären Perzeptionen und Demokratievorstellungen impliziert die Kritik am Lobbyismus? Welche Standards gelten und welche Abweichungen zeigen sich im internationalen Vergleich? Welche Regeln des politischen Fairplay wurden vor dem Hintergrund historischer Erfahrungen entwickelt? Besonders willkommen sind Beiträge, die entlang dieser Leitfragen historische Fallbeispiele aus dem 19. und 20. Jahrhundert präsentieren und mit allgemeinen Betrachtungen übe rLobbyismus und Demokratie verbinden, ebenso vergleichende Beiträge zu verschiedenen parlamentarischen Systemen sowie zum Lobbyismus in der Europäischen Union.

 

Wir bitten um die Zusendung von Themenvorschlägen im Umfang von max. 4.000 Zeichen mit kurzem biographischen Profil bis zum 30. November 2022 an Andreas Schulz (schulz@kgparl.de) und Thorsten Holzhauser (holzhauser@stiftung-heuss-haus.de). Für Referentinnen und Referenten können Übernachtungs- und Reisekosten gemäß den Richtlinien des Bundesreisekostengesetzes übernommen werden.

Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Schulz

Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Berlin

E-Mail: schulz@kgparl.de

 

Dr. Thorsten Holzhauser

Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart

E-Mail: holzhauser@stiftung-heuss-haus.de