Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Frist: 31.05.2021

CfP / Online Workshop - Die nicht-binäre Erhebung von Geschlecht: Möglichkeiten, Herausforderungen, Perspektiven

Call for Papers | Online-Workshop

Die nicht-binäre Erhebung von Geschlecht: Möglichkeiten, Herausforderungen, Perspektiven

am 27. und 28. September 2021, Online

Seit Ende 2018 gibt es in Deutschland, neben „männlich“ und „weiblich“, auch die Geschlechtsoption „divers“ im Personenstandregister. Die rechtliche Anerkennung der Existenz von mehr als zwei Geschlechtern in Deutschland muss sich jedoch in vielen Bereichen des Lebens erst schrittweise etablieren. So gibt es in Deutschland bislang kaum belastbare und bundesweite Datenquellen der amtlichen Statistik oder Forschung, welche das Geschlecht jenseits von den Kategorien männlich und weiblich erfassen. Dies verhindert die statistische Sichtbarkeit gesellschaftlicher Gruppen und macht es empirischer Forschung schwer bis unmöglich diesen Aspekt sozialer Realität angemessen abzubilden. Die Auflösung binärer Geschlechterkategorien in der empirischen Forschung verschiedener Disziplinen ist daher nicht nur notwendig und eröffnet zahlreiche neue Forschungsmöglichkeiten, sondern deren Umsetzung in der Datenerhebung stellt Forschende auch vor eine Reihe neuer Herausforderungen.

Der geplante Workshop soll empirisch Forschenden in Deutschland und darüber hinaus die Möglichkeit geben sich über die nicht-binäre Erhebungen von Geschlecht auszutauschen. Hierbei sollen unterschiedliche Operationalisierungen und Erhebungsstrategien diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht werden. Zusätzlich können auch erste Erfahrungen und Konzepte zur Harmonisierung über die Zeit, Vergleichbarkeit, Gewichtung von Daten und Analysepotenziale thematisiert werden.

Wir freuen uns auf Einreichungen für Vorträge zu folgenden und verwandten Themen:

- Erhebung: Welche Erfahrungen wurden mit der nicht-binären Erhebung von Geschlecht gemacht? Wie lassen sich internationale Erhebungsstrategien (z.B. 2-step-approach) in Deutschland anwenden? Sind für unterschiedliche Gruppen unterschiedliche Erhebungsansätze notwendig? Wie lassen sich die Aspekte Datenschutz und Forschungsethik umsetzen? Inwieweit könne unterschiedlichen Gruppen (z.B. Verbände, LGBTQI*-Community) in die Datenerhebung eingebunden werden?

- Harmonisierung, Vergleichbarkeit, Gewichtung: Wie lässt sich die nicht-binäre Erhebung von Geschlecht in laufende quer- und längsschnittliche Befragungen integrieren? Wie lässt sich Vergleichbarkeit über die Zeit herstellen? Inwieweit sind unterschiedliche Erhebungsansätze vergleichbar? Wie lassen sich die Daten hochrechnen? Inwieweit gelingt die Codierung von offenen Antwortkategorien?

- Analysepotenzial: Welche neuen Analysepotenziale ergeben sich durch die nicht-binäre Erhebung von Geschlecht? Welche Möglichkeiten/Perspektiven entstehen dadurch für die Forschung? Welche Schwierigkeiten/Herausforderungen (z.B. geringe Fallzahlen einzelner Gruppen) ergeben sich?

Der Workshop findet am 27. und 28. September 2021 als Online-Workshop statt. Für die Vorträge ist eine Dauer von jeweils 20 Minuten + Diskussion vorgesehen. Bitte schicken Sie ein kurzes Abstract (max. 500 Wörter) an lisa.de_vriesuni-bielefeldde. Die Workshopsprache ist Deutsch, einzelne Beiträge können aber auch auf Englisch eingereicht werden. Die Einreichungsfrist ist der 31.05.2021. Wir sind gespannt auf Ihre Einreichungen! Rückfragen richten Sie bitte per Email an Lisa de Vries, Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie (lisa.de_vriesuni-bielefeldde)