Thematischer Schwerpunkt
Der Kongress knüpft an die lange Tradition der DNC-Veranstaltungen an, die sich mit der diskursiven Konstruktion von Vergangenheiten, Gegenwarten und Zukünften beschäftigen. Dieses Mal liegt der besondere Fokus auf den Imaginären, die unterschiedliche Akteur*innen, Bewegungen, Disziplinen und epistemologische Traditionen in die Frage des Wandels einbringen. Wir gehen dabei nicht davon aus, dass Transformation ein feststehender Begriff ist oder notwendigerweise in eine progressive Richtung weist. Auch rechtspopulistische und autoritäre Bewegungen verfügen über wirkmächtige Transformationsimaginationen. Auch die Gegen Diskurse wie feministische Care-Ethiken, indigene Wissenssysteme, Commoning-Bewegungen, Degrowth-Ansätze sowie dekoloniale Perspektiven verdienen unsere kritische, analytische und zugleich ko-kreative Aufmerksamkeit.
Wir interessieren uns insbesondere für vier überlappende Dimensionen:
• Imaginäre und Diskurs: Wie werden die Bedeutungen von „Transformation“, „Krise“ oder „Zukunft“ in politischen, medialen und alltäglichen Diskursen konstruiert, stabilisiert und umkämpft? Welche sozialen Imaginäre prägen kollektive Vorstellungen von Ökonomie, Demokratie, Gesellschaft und Ökologie?
• Macht, Wissen und epistemische Kämpfe: Welches Wissen gilt als legitim, welches wird marginalisiert? Besonders willkommen sind Beiträge aus dem Globalen Süden sowie aus dekolonialen, feministischen und indigenen Perspektiven, die westlich-moderne Deutungsrahmen herausfordern. Ebenso interessieren uns Analysen darüber, wie Bildungssysteme, Organisationen und kommunikative Praktiken bestimmte epistemische Ordnungen normalisieren.
• Heterotopien und Gegenbewegungen: Wo entstehen alternative Räume, Praktiken und Diskurse? Wie werden Commons, Care, Solidarität und mehr-als-menschliche Verflechtungen als Alternativen zur Marktlogik artikuliert? Und in welchem Verhältnis stehen solche Räume zu hegemonialen Formationen — bzw. wie transformieren sie diese möglicherweise?
• Methodologische Reflexivität: Wie kann die Diskursforschung ihre eigenen Positionierungen reflektieren, hegemoniale Verengungen oder epistemischen Romantizismus vermeiden und Formen einer „sorgenden Forschung“ entwickeln? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für engagierte, transdisziplinäre oder ko kreative Methodologien?
Themen und vorgeschlagene Panels
1. Philosophisch: Wissenspolitiken alternative Epistemologien, ontologischer Pluralismus und
2. Politisch: Populismus, demokratischer Rückbau, postkoloniale und feministische Demokratieimaginationen
3. Ökonomisch: vom Neoliberalismus zu pluralen Ökonomien; diskursive Konstruktion der „Großen Transformation“
4. Linguistisch: von großen zu kleinen Narrativen, Wahrheitsregime, Post-Truth-Ordnungen
5. Gesellschaftlich und räumlich: soziale Fragmentierung, Commoning, urbane Heterotopien wie Commons/Public Partnerships und gemeinschaftsbasierter Wandel
6. Ökologisch: Klimadiskurse, mehr-als-menschliche Verflechtungen, Buen Vivir und Degrowth
7. Bildung und Organisation: onto-epistemologische Perspektiven z.B. des Commoning in der Bildung, institutionelle Diskurse, Diskursperspektiven auf organisationales Lernen und Bildung sowie pädagogische Imaginäre
8. Methodologisch: reflexive, sorgende und transdisziplinäre Forschungsansätze
9. Medien und digitale Imaginäre: KI-Sicherheit und -Alignment, digitale Plattformen und die Ko-Produktion gesellschaftlicher Zukünfte
10. Geschlecht, Minderheiten und Postkolonialismus: antifeministische und anti-LGBTQ+ Diskurse, In-Group/Out-Group-Konstruktionen und dekoloniale Imaginäre
11. und viele weitere
Präsentationsformate
Die DNC 2027 begrüßt Einreichungen in folgenden Formaten:
• Einzelvorträge – 20 Minuten Präsentation (Abstract max. 250 Wörter, Titel und Literaturangaben, APA 7)
• Symposien – drei thematisch verbundene Beiträge in einer 90-minütigen Session (Gesamteinreichung: 400 Wörter Rahmenbeschreibung + je 200 Wörter Abstracts + Titel und Literatur, APA 7)
• Forschungsworkshops – 90 Minuten mit methodischem und/oder anwendungsorientiertem Schwerpunkt (600 Wörter Rahmenbeschreibung, 400 Wörter Methodenteil, 300 Wörter Literatur)
Weitere Informationen zu den Formaten finden sich auf der Website des Kongresses: https://discourseanalysis.net/DNC2027
Wichtige Termine
• Beginn der Einreichungen: 15. Juni 2026
• Einreichungsfrist: 31. Oktober 2026
• Benachrichtigung über Annahme: 15. Dezember 2026
• Registrierungsfrist: 31. März 2027 (Early Bird) & 15. Juni 2027 (Regulär)
Kontakt
Für weitere Informationen zu Kongress, Anmeldung, Unterkunft oder Programm wenden Sie sich bitte an: DNC 2027 Organisationsteam: dncongress2027gmailcom