Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Frist: 15.03.2020

CfP – Wissenschaft, Politik und Gesellschaft mit Leidenschaft und Augenmaß

Ort: Schader-Forum, Goethestraße 2, 64285 Darmstadt

Im Jahr 2020 jährt sich der Todestag Max Webers zum hundertsten Mal – ein Anlass zu fragen, wie der Klassiker zu wissenschaftlichen Kontroversen und zur Bearbeitung drängender Gegenwartsprobleme beitragen kann. Max Weber, der heute vor allem als Begründer der Soziologie gilt, war in zahlreichen wissenschaftlichen Gebieten tätig, etwa in der Ökonomie, der Philosophie, der Politik- und Religionswissenschaft. Er beschrieb die Konsequenzen von Rationalisierung auf allen Ebenen und legte Analysen vor, die bis heute nichts von ihrer Brisanz eingebüßt haben.

Im Mittelpunkt der Tagung des Lehrstuhls für Wirtschaftssoziologie an der Universität Trier und der Schader-Stiftung stehen die bekanntesten Weberschen Begriffe und Thesen. Worin liegt ihr konkreter Mehrwert in der Diskussion um die Gestaltung von Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Kultur und Recht?


#Weber2020

Wir laden Sie nicht nur als Teilnehmende, sondern auch als Referentinnen und Ideengeber zu dieser Tagung ein. Die Einladung richtet sich an Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ebenso wie an Studierende und andere Interessierte, deren Tätigkeit einen Bezug zu Max Webers Ideen hat. Wenn Sie aktiv in Form eines 15- bis 20-minütigen Vortrags mitwirken möchten, besteht dazu in einem der drei folgenden Panels am 2. Juli die Möglichkeit:


Call for Abstracts: Wirtschaft

Wie können die von Weber vorgelegten Beschreibungen der Wirtschaft – etwa zu Börse, Handels- gesellschaften, Physik der Arbeit und Kapitalismus - wie auch seine sozialwissenschaftlichen Analysen des modernen Marktes und Unternehmertums vor dem Hintergrund neuerer Ansätze - Verhaltensökonomie, Neue Institutionentheorien, Wirtschaftsgeschichte oder Rechtswissenschaften - reflektiert und auf aktuelle Themenfelder bezogen werden? Darunter fallen etwa Kapitalismus- und Marktkritik, neue Arbeitsformen und -vorstellungen, Globalisierung und Digitalisierung ebenso wie Unternehmensethik und Finanzmärkte.


Call for Abstracts: Gesellschaft

Max Webers These von der umfassenden Rationalisierung der westlichen Welt hat schon früh auf radikale Umwälzungen von Institutionen und Organisationsformen (vor allem Nationalstaat, Parteien, Amtskirchen, Unternehmen) sowie von Ideensystemen aufmerksam gemacht und Individualisierung und Ungleichheit thematisiert. Weber hat eindringlich neben den funktionalen Effekten auch problematische Erstarrungstendenzen der modernen Gesellschaft thematisiert. Welchen theoretischen und empirischen Herausforderungen begegnet Webers Rationalisierungsthese heute, welche alternativen Konzepte zur Beschreibung der modernen Gesellschaft fordern sie heraus und wie weit tragen Webers Begriffe bei der Analyse aktueller Handlungs- und Protestformen wie z.B. Fridays for Future, der Erstarkung nationalistischer Bewegungen oder von Ambivalenzen und Brüchen in Transformationsprozessen wie denen nach 1989?

 

Call for Abstracts: Kultur

Ideen und Interessen bestimmen nach Weber das sinnhafte Handeln der Menschen und die Entwicklungslinien von Gesellschaften. Der Protestantismus war nach Weber für die Ausbildung der modernen westlichen Welt entscheidend. Ideensysteme wie die Religion und das Recht, die Wissenschaft und die Kunst werden nach Weber auch selbst zunehmend rational und in bürokratischen Organisationen und Institutionen formiert (z.B. dem Wissenschaftsbetrieb, der Amtskirche). Aber: Wieviel (Zweck-)Rationalität vertragen vor allem die Kunst und die Religion? Wie viel ideelle Fundierung benötigen und erfordern Wirtschaft und Politik heute noch? Wie viel Kultur steckt im Recht? Gefragt sind theoretisch-konzeptionelle sowie empirische und praktische Beiträge aus Kunst, Religion, Recht oder Wissenschaft, welche Rationalisierungsprozesse und hinterfragen.

 

Beitragsvorschläge

Senden Sie bitte ein einseitiges Exposé zu ihrem Beitragsvorschlag mit dem Stichwort „Weber2020“ bis zum 15. März 2020 an die Schader-Stiftung (max.weberschader-stiftungde). Bitte geben Sie in ihrem Exposé einen Titelvorschlag, das gewünschte Panel, Ihren Namen sowie Ihre institutionelle Zugehörigkeit an. Wir werden Sie im April 2020 über das weitere Vorgehen informieren.