Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Frist: 31.03.2019

CfP - Sektion Europasoziologie - 2. Regionalkonferenz der DGS „Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften“

Wachstumsmotor Europa – Utopie, Segen oder Fluch?

Organisator_innen: Stefanie Börner (Otto‐von‐Guericke‐Universität‐Magdeburg) und Sebastian Büttner (Universität Duisburg‐Essen)

Der  Prozess  der  europäischen  Integration  hat  die  wirtschaftliche  Entwicklung  Europas  und  die  Transformation der europäischen Gesellschaften in den vergangenen Jahrzehnten ganz entscheidend mitgeprägt. Die Schaffung der Europäischen Union (EU) hat nicht nur neue Regierungsformen und eine neue transnationale soziale Ordnung hervorgebracht, sondern auch neue Interessenkonflikte, soziale Ungleichheiten und Verteilungskämpfe. Die unzähligen Narrationen über Europa und die Europäische Union spiegeln diese Vielfalt, Brüche und Krisen wider. Während die einen Europa als Sonderform der Globalisierung und als einen begrüßenswerten Wachstums‐ und Entwicklungsmotor betrachten, stellt die  EU  mit  ihren  liberalen  Skripten  für  andere  eher  einen  souveränitäts‐,  identitäts‐  und  wirtschaftspolitischen  Brandbeschleuniger  dar.  Auch  die  jüngsten  politischen  Verwerfungen  im Inneren und  an den Außengrenzen der EU verdeutlichen die Widersprüche und Spannung,  die  der  Prozess der europäischen Integration hervorbringt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, in welche Richtung diese Entwicklungen weisen und inwieweit die Europäische Union in der Lage ist, die großen Transformationen Europas zu bewältigen.
Das Panel greift diese Frage auf und beschäftigt sich sowohl mit Europas gegenwärtigen Problemen und  Problemlösungsangeboten  als  auch  mit  den  historischen  utopischen  Entwürfen  Europas,  die  wegweisend für den Integrationsprozess in der Nachkriegszeit waren. Unter anderem sollen hierbei folgende Fragen adressiert werden: Welche gesellschaftlichen Ordnungsvorstellungen und utopischen Gesellschaftsentwürfe  begleiten  den  Prozess  der  Europäischen  Integration?  Inwiefern  haben  die  jüngsten  Krisen  die  Europa‐Diskurse  verändert?  Stößt  das  Wachstums‐  und  Entwicklungsmodell „Europa“ heute an seine Grenzen? Welche Erneuerungspotenziale und Zukunftsentwürfe lassen sich im Hinblick auf Europa heute ausmachen? Welche Deutungsangebote und Vorschläge zur Bewältigung der  großen  Zukunftsfragen  macht  die  EU  und  welche  Gesellschaftsentwürfe  verbinden  sich  damit  (gerade im Hinblick auf Nachhaltigkeit, transnationale Solidarität, Postwachstum)?

Wir freuen uns über interessante konzeptionelle und/oder empirisch gehaltvolle Beiträge. Interdisziplinäre (etwa geschichts‐ oder politikwissenschaftliche) Einreichungen sind ausdrücklich erwünscht. Bitte senden Sie eine Skizze Ihres Beitrags im Umfang von max. 300 Wörtern bis zum 31.3.2019 an: Stefanie Börner stefanie.boernerovgude und Sebastian Büttner sebastian.buettneruni‐duede.