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Thursday, 31. October 2013 11:43 Uhr Alter: 4 Jahr(e)

CfP: Sektionstagung 2014 - Entstehung und Dynamik von Politikfeldern

Von: Sebastian Haunss

Jahrestagung 2014 der DVPW Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft   Entstehung und Dynamik von Politikfeldern 17. & 18.3.2014, Universität Bremen

Theorien des Policy-Prozesses gehen in der Regel davon aus, dass sich die institutionellen und ideellen Rahmenbedingungen politischen Handelns, wenn überhaupt, dann höchstens sehr langsam wandeln. Vor diesem Hintergrund erscheinen dynamische oder sogar grundlegende Veränderungen dieser Rahmenbedingungen als unwahrscheinlich. Dennoch hat sich entgegen dieser Stabilitätsannahmen im Verlauf der letzten 50 Jahre die globale Topografie der Policy-Felder selbst in den stabilen, westlichen Demokratien deutlich verändert. Es sind neue Politikfelder entstanden und etablierte Politikfelder haben sich grundlegend verändert. In Folge dieser Veränderungen wurden neue Institutionen (z.B. Ministerien) geschaffen und der Zuschnitt und die Kompetenzen bestehender Institutionen wurden angepasst.

Auf der Jahrestagung 2014 der DVPW Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft wird das Thema Entstehung und Dynamik von Politikfeldern in sechs Panels aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Die Panels sind:

Panel 1: Das Politikfeld – bislang nur ein Statist in der Politikfeldanalyse.

Panel 2: Die Entstehung integrativer Meta-Policies und die Dynamik der Grenzarbeit zwischen Politikfeldern

Panel 3: Das Recht(ssystem) als Determinante der Entstehung und Dynamik von Politikfeldern

Panel 4: Die Entstehung des Politikfelds Netzpolitik

Panel 5: Entstehung und Dynamik der Migrations- und Integrationspolitik in Deutschland und Europa

Panle 6: Dynamiken in der Wissenschaftspolitik

Für diese Panels können bis zum 31.12.2013 Vorschläge für Papiere eingereicht werden.

Bitte schicken Sie Vorschläge für Papiere (maximal 500 Worte) direkt an die OrganisatorInnen des jeweiligen Panels. Diese werden dann bis zum 15.1.2014 über die Annahme oder Ablehnung der eingereichten Abstracts entscheiden.

 

 

Panel 1: Das Politikfeld – bislang nur ein Statist in der Politikfeldanalyse.

Die durch die angelsächsische Politikwissenschaft geprägten drei Dimensionen des Politikbegriffes „politics, policy, und polity“ haben in der deutschen Politikwissenschaft keine Entsprechung gefunden. Zwar hat sich in Deutschland die Policyanalyse als politikwissenschaftliche Teildisziplin etabliert, aber die Übersetzung der „policy analysis“ als Politikfeldanalyse hat zu einem grundlegenden, bislang aber wenig bewusst gewordenen Problem in Bezug auf ihren Gegenstand geführt: Das „Politikfeld“ als eigenständige Kategorie bleibt nebulös.

Will man also ein Politikfeld als eigenständige Kategorie analysieren, so bräuchte es erstens eine Begriffsdefinition: Was ist ein Politikfeld und wie wird es definiert? Wie entsteht ein Politikfeld? Wann kann ein Politikfeld als eigenständig und entstanden gelten? Wie lassen sich Politikfelder trennscharf voneinander abgrenzen? Oder ist eine scharfe Grenzziehung nicht möglich? Wie ist beispielsweise die Umweltpolitik als Feld zu definieren, die stark in andere Felder hineingreift?

Zweitens muss den Ursachen für die Entstehung bzw. Ausdifferenzierung von Politikfeldern nachgegangen werden.  Wichtig ist hier die Überlegung, dass die Entstehung von Politikfeldern nicht (wie aus der Problemlösungsperspektive anzunehmen) primär eine Reaktion auf objektive Problemlagen darstellt. Vielmehr sollte die Rolle, Motivation  und Interessenlage von Akteuren, die Relevanz von Institutionen und die Natur der Probleme in den Fokus gerückt werden.

Sowohl zur genauen Bestimmung des Politikfeldes als zentrale Kategorie der Politikfeldanalyse als auch zu den Faktoren, die das Entstehen von Politikfeldern erklären können, herrscht in der einschlägigen Literatur nach wie vor  eine Lücke. Wir laden daher zur Einsendung von Papieren ein, die die aufgeworfenen Fragen aus theoretischer Perspektive betrachten oder die in diesem Sinne theoriegeleitete empirische Fallstudien zu einzelnen Politikfeldern präsentieren.

Abstracts (max. 500 Worte) für dieses Panel bitte bis zum 31.12.2013 an:

Michael Böcher <mboeche@gwdg.de>

Rebecca Stecker <rebecca.stecker@uni-oldenburg.de>

Annette Elisabeth Töller <annette.toeller@fernuni-hagen.de>

 

 

Panel 2: Die Entstehung integrativer Meta-Policies und die Dynamik der Grenzarbeit zwischen Politikfeldern

In modernen Policy-Systemen lassen sich zwei gegenläufige Bewegungsmuster der Politikfeldgenese beobachten. Während das klassische Muster einer fortlaufenden Ausdifferenzierung neue spezialisierte Bereiche der Problembearbeitung hervor gebracht hat (z.B. Energie- oder Umweltpolitik), sind Policy-Akteure im Zusammenhang mit besonders komplexen Problemlagen und gesamtgesellschaftlichen Transformationsherausforderungen dazu übergegangen, ausdifferenzierte Politikfelder neu miteinander zu verbinden. Ausdruck dieser Integrationsbemühungen ist die Entstehung übergeordneter Meta-Policies, die auf eine Relationierung und Abstimmung ausdifferenzierter Politikfelder gerichtet sind (z.B. Nachhaltigkeits- oder Integrationspolitik).

Die Etablierung integrativer Meta-Policies erzeugt eine Dynamik, die nicht ohne Folgen für das bestehende Policy-System bleibt. Vielmehr gehen Versuche der strategischen Integration von Policies in Meta-Policies mit Verschiebungen von Policy-Grenzen einher. Die Relationen von ausdifferenzierten Politikfeldern zu Meta-Policies müssen bestimmt, die Grenzen zwischen den bestehenden Politikfeldern neu verhandelt werden. Im Rahmen solcher Grenzarbeitsprozesse werden die Bedeutungsgehalte und die relativen Positionen von Politikfeldern umdefiniert: Politikfeldgrenzen werden verschoben, neue Formen der politischen Problembearbeitung über diese Grenzen hinweg müssen gefunden werden.

Diese Dynamik der Grenzziehung und Grenzarbeit zwischen Politikfeldern im Zusammenhang mit der Entstehung von Meta-Policies sind Gegenstand des vorgeschlagenen Panels.

Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: Welche analytischen Konzepte können zur Rekonstruktion und Erklärung von Prozessen der Grenzziehung und der Grenzarbeit zwischen Politikfeldern im Policy-System herangezogen werden? Und welche empirischen Befunde über die Praxis der Grenzarbeit zwischen Politikfeldern und deren Folgen gibt es?

In dem Panel sollen Paper zusammengeführt werden, die einen theoretischen und/oder empirischen Beitrag zum besseren Verständnis von Grenzarbeitsprozessen im Policy-System leisten und deren Implikationen für die Entstehung und Entwicklung von Politikfeldern verdeutlichen.

Abstracts (max. 500 Worte) für dieses Panel bitte bis zum 31.12.2013 an:

Basil Bornemann <basil.bornemann@unibas.ch>

Thomas Saretzki <thomas.saretzki@uni.leuphana.de>

Ralf Tils <tils@uni.leuphana.de>

 

 

Panel 3: Das Recht(ssystem) als Determinante der Entstehung und Dynamik von Politikfeldern

Das Konzeptpapier der TagungsorganisatorInnen startet mit der m.E. zutreffenden Aussage, die gängigen Theorien des Policy-Prozesses würden mit der Annahme arbeiten, dass sich die institutionellen und ideellen Rahmenbedingungen des politischen Handelns nur langsam wandeln. Die Neukonfiguration oder sogar Neuformierung eines Politikfeldes ist daher ein eher unwahrscheinlicher Fall. Das Recht als ein zentraler Aspekt des institutionellen Handlungskontextes kann in dieser Lesart als ein „Hort der Stabilität“ gelten. Wenn wir aber feststellen, dass trotz aller Stabilitätsannahmen Wandel stattfindet, liegt es nahe, genauer zu eruieren, ob und inwiefern das Recht nicht doch Ansatzpunkte für Prozesse des Wandels bietet, die Einfluss auf Dynamiken der Politikfeldgenese und –entwicklung nehmen. Das Panel soll sich dieser Fragestellung widmen. Das Recht bzw. das Rechtssystem soll dabei einerseits in seiner Eigenschaft als institutioneller Handlungskontext betrachtet werden. Andererseits sollen aber auch die Akteure des Rechtssystems (Rechtswissenschaft, Gerichte, Anwaltskanzleien etc.) in den Blick genommen werden. Die einzuwerbenden Papiere könnten sich z.B. mit folgenden Fragen beschäftigen:

1. Recht als Institution:

• Welchen Einfluss hat die Struktur des Rechtssystems auf die Dynamik von Politikfeldern? Ist es grundsätzlich so, dass (nationale oder politikfeldspezifische) Systeme des common law, die in einem hohen Maß auf Richterrecht basieren, wandlungsoffener sind als solche Systeme mit einem hohen Anteil an kodifiziertem Recht?

• Das Bild vom Recht als Hort der Stabilität ist häufig nicht zutreffend. Wäre dies so, dann gäbe es nicht eine wachsende Zahl an gerichtlichen Auseinandersetzungen über die Auslegung von Rechtsnormen. Darum stellt sich die Frage, welche Eigenschaft des Rechts eigentlich Wandel anregt. Ist es die Interpretationsoffenheit von Rechtsnormen, die kreatives Akteurshandeln und neue Politikdynamiken zulässt? Oder ist es die Rigidität von Rechtsnormen, die Widerstand und damit soziale Mobilisierungsprozesse hervorruft? Ist das Recht in Prozessen des Wandels also tatsächlich eher ein restringierender Kontext oder (zumindest auch) ein ermöglichender Kontext?

2. Das Rechtssystem als Akteursnetzwerk:

• Welche Rolle spielen juristische Leitideen und Denkfiguren beim Wandel von Politikfeldern? Reagiert die Rechtswissenschaft auf neue Probleme mit neuen Problemdefinition und rechtlichen Lösungen, oder bereitet sie – intendiert oder nicht - mit neuen Rechtsfiguren den Weg für die Dynamik von Politikfeldern? Wie kommt der Wandel von Leitideen zustande?

• Unter welchen Bedingungen kann die juristische Profession politisches Agenda-Setting betreiben? In welcher Rolle tut sie dies (als epistemische Gemeinschaft, in der Verwaltung, durch die Gerichte)? Wer sind ihre zentralen KoalitionspartnerInnen?

• In welchen Politikfeldern ist der Einfluss von rechtlichen Akteuren auf die Dynamik größer als in anderen? Wie ist der Unterschied zu erklären?

Da es sich bei dem vorgeschlagenen Panel um ein Querschnittsthema handelt, sind politikfeldspezifische Fallstudien oder politikfeldvergleichende Arbeiten willkommen. Sie können einen regionalen, nationalen oder internationalen Fokus einnehmen.

Abstracts (max. 500 Worte) für dieses Panel bitte bis zum 31.12.2013 an:

Britta Rehder <britta.rehder@rub.de>

 

 

Panel 4: Die Entstehung des Politikfelds Netzpolitik

Netzpolitik ist eine junges Politikfeld. Seine Entstehung wäre ohne die Entwicklung und rasante Verbreitung des Internets nicht möglich gewesen. Die Entstehung des Politikfeldes Netzpolitik war also technikinduziert, aber die Technologieentwicklung selbst kann weder die Dynamik der Genese noch die konkrete Ausprägung des Politikfelds  erklären. Teilweise ging die Politisierung einzelner Aspekte der Technik-Entwicklung voraus (Szenarien oder Leitbilder wie Al Gore “Information Super Highway”) teilweise hinkte die politische Aufmerksamkeit der Technikentwicklung deutlich hinterher (die deutsche Internetpolitik). Deutliche nationale Unterschiede prägten und prägen das, was man als im jeweiligen Land als Netzpolitik bezeichnen könnte. Zudem sind in den meisten Ländern internationale und nationale Netzpolitik oft nur schwach aufeinander abgestimmt.

Die zunehmende Etablierung von Netzpolitik auf nationaler und internationaler Ebene verweist auf eine konzeptionelle Leerstelle in der Politikwissenschaft. Zwar gibt es eine lange Tradition in der Analyse von Policy Change, aber nur wenige Studien zur Entstehung neuer politischer Handlungsfelder. Nicht einmal der Begriff Politikfeld selbst scheint hinreichend geklärt.  Auch mangelt es an klaren Abgrenzungen gegenüber benachbarten Bereichen wie etwa der Innovations- und Technologiepolitik, der Telekommunikations- und Medienpolitik. Nichtsdestotrotz hat sich der Begriff “Netzpolitik” inzwischen etabliert und dient als kognitiver, identitätsstiftenderAnker sowohl für politisch-administratives als auch für zivilgesellschaftlich-intervenierendes und -mobilisierendes Handeln.

Im Rahmen der Tagung “Entstehung und Dynamik von Politikfeldern” soll das Panel die Spezifika der Netzpolitik näher beleuchten. Vorschläge für Papiere können

  • sowohl eine nationale, internationale als auch international oder sektoral vergleichende Perspektive haben,
  • Ergebnisse empirischer Studien vorstellen,
  • theoretische und/oder konzeptionelle Beiträge zur Formierungs von Politikfeldern liefern,
  • das Politikfeld als Ganzes oder einzelne Aspekte (Infrastruktur, Datenschutz, geistige Eigentumsrechte, Institutionen, …) untersuchen.

Abstracts (max. 500 Worte) für dieses Panel bitte bis zum 31.12.2013 an:

Sebastian Haunss <sebastian.haunss@sfb597.uni-bremen.de>

Jeanette Hofmann <jeanette@wzb.eu>

 

 

Panel 5: Entstehung und Dynamik der Migrations- und Integrationspolitik in Deutschland und Europa

Die Migrations- und Integrationspolitik in Deutschland und Europa ist ein Politikfeld, das von einer rasanten Dynamik der Veränderung geprägt ist: Während sich in Deutschland die Migrationspolitik eher im Umbruch befindet von einer Politik, die Zuwanderung insbesondere von Muslimen zu begrenzen sucht, hin zu einer Politik der Anerkennung Deutschlands als faktisches Einwanderungsland und der Bemühung um vertiefte Integration, weisen zeitgleich andere Staaten wie die Niederlande, einst als „Musterland der Integration“ gerühmt, angesichts eines veränderten politischen Klimas zunehmend restriktivere Politiken gegenüber MigrantInnen auf.

Migrations- und Integrationspolitik spielt sich dabei nicht länger allein im begrenzten Rahmen nationalstaatlicher Politik ab, sondern ist ebenso geprägt vom EU-Mehrebenensystem. Dies betrifft nicht nur die klassischen staatlichen Akteure der Migrationspolitik, sondern in zunehmendem Maße auch migrantische Selbstorganisationen, die ihrerseits Einfluss auf den Gestaltungsprozess auf nationaler und auf EU-Ebene nehmen wollen und eingeschliffene Akteurskonstellationen in diesem Politikbereich verändern.

Die Dynamik des Wandels im Bereich der Migrations- und Integrationspolitik hat in Deutschland auf der Ebene des Verwaltungshandelns der Bundesländer beispielsweise in Rheinland-Pfalz, Thüringen und Schleswig-Holstein bereits zu bemerkenswerten Innovationen durch einen Neuzuschnitt der Ministerien geführt. Auf Bundesebene hingegen steht diese Innovation noch aus.

Im Panel: Entstehung und Dynamik der Migrations- und Integrationspolitik geht es insbesondere um folgende Fragen:

  • Welche Verschiebungen und Entwicklungen lassen sich im Politikfeld der Migrations- und Integrationspolitik feststellen?
  • Welche Veränderungen zeichnen sich auf der Ebene der politischen Akteure ab? • Wie verändert die zunehmende politische Beteiligung migrantischer Selbstorganisationen die eingespielten Akteurskonstellationen in diesem Politikfeld?
  • Welche Bedingungen befördern Innovation auf administrativer Ebene in Deutschland auf Bundes- sowie auf Länderebene sowie innerhalb der europäischen Union zur Institutionalisierung dieses neu entstandenen Politikfeldes?
  • Wie beeinflussen sich Politikfelder, wie z.B. Migrations- und Sozialpolitik, wechselseitig?
  • Inwiefern gewinnt die Demokratietheorie durch eine verstärkte Berücksichtigung des dynamischen Wandels in der Migrationspolitik?

Abstracts (max. 500 Worte) für dieses Panel bitte bis zum 31.12.2013 an:

Roswitha Pioch <roswitha.pioch@fh-kiel.de>

Uwe Hunger <uhunger@uni-osnabrueck.de>

 

 

Panel 6: Dynamiken in der Wissenschaftspolitik

Dieses Panel diskutiert Beiträge zur Wissenschaftspolitik, ihrer Dynamisierung und Kopplung zu anderen Politikfeldern sowie den damit einhergehenden Wechselwirkungen. Was für die Wissenschaft (umstritten) unter den Schlagworten Mode-2, post-normal science und triple-helix diskutiert wird, scheint in ähnlicher Weise für Politik unter der Formel „Governance“ vollzogen werden: es geht um Deutungen von Erscheinungen der Entgrenzung-, Informalisierung und De- Institutionalisierung. Für die Wissenschaftspolitik stehen beide Thesen reflexiv zueinander auf dem Prüfstand. In diesem Zusammenhang wird der Wissenschaftspolitik eine erhebliche Dynamisierung unterstellt: Zentrale wissenschaftspolitische Akteure stehen unter Reformdruck, der Kampf um Deutungshoheit verschiebt Akteurspositionen und ruft neue nationale wie internationale Akteure auf den Plan. Im globalisierten Zeitalter ändern sich zudem Prioritäten nationaler und internationaler Wissenschaftspolitik, sei es der Relevanz neuer Forschungsthemen für die Gesellschaft geschuldet oder den veränderten wissenschaftlichen Arbeits-, Prüf-, Verbreitungs- und Rezeptionsprozesse und Interaktionsmustern zwischen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Akteuren. Und obwohl eine zunehmende Aufmerksamkeit der Policy-Forschung für wissenschaftspolitische Themen beobachtbar ist, scheint es erstaunlich, dass dem Feld in der (deutschen) Policy-Forschung relativ wenig Beachtung geschenkt wird.

Immerhin wird oftmals konstatiert, dass Wissenschaftspolitik ihre Bezüge zu den Feldern der Innovations- und Technologiepolitik ebenso wie zur Wissens-, Bildungs- und Hochschulpolitik, verändert. Wie lässt sich Wissenschaftspolitik angesichts ihrer Bezüge zu angrenzenden Feldern und Diskursen konzeptualisieren? Ist es während der letzten Jahrzehnte, z.B. im Zuge der Debatten zur Risiko- oder Wissensgesellschaft, generell zu einer stärkeren Verkopplung von Wissenschaftspolitik mit anderen Politikfeldern gekommen? Entwickelt sich die Wissenschaftspolitik vielleicht sogar zu einem Querschnittspolitikfeld?

In diesem Panel sind empirische Studien sowie theoretische Beiträge zur Konstitution, Konturierung, Stabilität und Wandel des Feldes willkommen. Der Fokus sollte auf den veränderten politischen (aber auch wirtschaftlichen, zivilgesellschaftlichen und öffentlichen bzw. mediengetriebenen) Erwartungen an Wissenschaft, ihrer Responsivität durch Selbstbeschreibung und Praxis sowie auf der institutionellen und diskursiven Wechselwirkung von Wissenschaftspolitik zu anderen Policybereichen liegen. Zudem fragt sich, wie sich die veränderte Wissenschaftspolitik auf vertikale und horizontale Koordination innerhalb und zwischen den damit befassten Verwaltungen auswirkt. Konzeptionell bieten sich Verknüpfungen der Forschungen in den Policy Studies, den Social Studies of Science und der Wissenssoziologie an.

Abstracts (max. 500 Worte) für dieses Panel bitte bis zum 31.12.2013 an:

Tim Flink <tim.flink@wzb.eu>

Rebecca-Lea Korinek <rebecca-lea.korinek@wzb.eu>

Jan-Peter Voß <jan-peter.voss@tu-berlin.de>