Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Politikwissenschaft und Politische Bildung

Tagung "Fachwissenschaft trifft Fachdidaktik – Stand und Perspektiven der politikwissenschaftlichen Lehrerbildung"

Tagung der Sektion für Politische Wissenschaft und Politische Bildung in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) und der Heidelberg School of Education (HSE)

21. bis 23. März 2018 im Karl-Jaspers-Zentrum, Universität Heidelberg

Die politikwissenschaftliche Lehrerbildung ist seit geraumer Weile im Umbruch begriffen. Die Tagung soll Stand und Perspektiven der politikwissenschaftlichen Lehrerbildung in zentralen Themenbereichen in den Blick nehmen. Ziel ist es, die Relevanz der Lehrerbildung in der Politikwissenschaft in die gesamte Disziplin hinein zu verdeutlichen, einen vertieften Austausch zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik zu befördern und Wege zur zukünftigen Aufstellung des Faches im Bereich der Lehrerbildung aufzuzeigen. Dabei gehen wir davon aus, dass Entwicklungen sowohl in der Fachwissenschaft und Fachdidaktik als auch in der Schul- und Hochschulpolitik und schließlich auch in den Schulen nach einer Bestandsaufnahme und Perspektivendiskussion verlangen. Die Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) hat unlängst die Bedeutung der Lehrerbildung für das Fach in einer öffentlichen Erklärung unterstrichen. Bereits im Rahmen des DVPW-Kongresses in Duisburg 2015 wurde in diesem Sinne ein Panel zu der Thematik initiiert, an das die geplante Tagung thematisch anknüpft.

Wir laden Fachwissenschaftler/-innen und Fachdidakter/-innen ein, sich an der Tagung mit einem eigenen Beitrag zu beteiligen und bitten um Einsendung von Vorschlägen. Möglich sind dabei sowohl Vorschläge für "klassische" Vorträge zu den oben angeführten Themenbereichen als auch (im zweiten Teil) Vorschläge für Tandem-Vorträge, in denen jeweils ein/e Fachdidaktiker/-in und ein/e Fachwissenschaftler/-in anhand einer gemeinsamen Thematik miteinander ins Gespräch kommen (z.B. Thema "soziale Gerechtigkeit" in der Politischen Theorie und aus Sicht der Politikdidaktik). Die Tandem? Vorträge sollen insbesondere Fragen der Fachlichkeit in der Politischen Bildung, der Kommunikation zwischen fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Forschung und der Weiterentwicklung von Ansätzen der Lehrerbildung adressieren.

Flyer mit Tagungsprogramm


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Sektionstagung "Protest und Partizipation"

Tagung der DVPW-Sektion Politische Wissenschaft und Politische Bildung in Kooperation mit der Themengruppe Hochschullehre5. bis 6. Oktober 2017 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Die aktuellen Entwicklungen in den westlichen Demokratien zeugen von einer Krise der politischen Repräsentation. Eine zunehmende Entfremdung zwischen Bürger*innen und politischen Vertreter*innen mündet zum einen in die Forderung nach neuen Formen politischer Partizipation, zum anderen in eine protesthaltige Abkehr von etablierten Parteien und Politik insgesamt.

Dabei spielen derzeit vor allem solche Protestmuster eine besondere Rolle, die plebiszitäre Formen der politischen Artikulation und Partizipation im Sinne einer ressentimentgesteuerten und insbesondere digital vermittelten Antipolitik realisieren. Diese zum Teil krisenhaften Entwicklungen stellen nicht nur die Forschung zur Politischen Bildung, sondern auch die politikwissenschaftliche Forschung insgesamt vor neue Herausforderungen. Weder sind bislang Ursachen und Strukturen dieser Entwicklungen hinreichend systematisch mit Blick auf Prozesse der Politischen Bildung erforscht, noch liegen Ansätze der Politischen Bildung vor, ob und wie mit diesen neuen Herausforderungen umzugehen ist.

Die geplante Tagung der Sektion Politische Wissenschaft und Politische Bildung in Kooperation mit der Themengruppe Hochschullehre gibt den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, hierzu in eine produktive Auseinandersetzung der politikwissenschaftlichen Teildisziplinen mit Fragen der Politischen Bildung einzutreten. Ziele der Tagung sind die Bestandsaufnahme und die Entwicklung möglicher gemeinsamer Fragestellungen für die Forschungen zur Zukunft von Politischer Bildung und Partizipation in Demokratien „unter Stress“.

Wir regen dabei besonders die gemeinsame Teilnahme von Tandems aus (Nachwuchs-) Wissenschaftler*innen der Politikwissenschaft und Politikdidaktik an, u.a. zu folgenden Themenbereichen:

• Politische Bildung und politischer Protest: Theorie und Empirie

• Politische Partizipation und Politische Bildung im digitalen Zeitalter

• Politische Sozialisation in der Parteiendemokratie und Politische Bildung

• Globalisierungskrisen und politische Bildung

• Inklusion und Exklusion/Segregation in der Politischen Bildung

Weitere Informationen und CfP

Tagungsprogramm und Informationen zur Anmeldung

DVPW-Kongress 2015: Aktivitäten der Sektion

Panel: „Wertevermittlung und Ordnungslegitimation – Aufgaben politischer Bildung (?)“

Der Stellenwert von Werten in der Politischen Bildung sowie unterschiedliche Ansätze ihrer Vermittlung wurden vielfach diskutiert. Die Akzeptanz bestimmter (Grund-)Werte kann einerseits als Ziel Politischer Bildung aufgefasst (und kritisiert) werden, andererseits können Wertekonflikte (wie bspw. das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit, Gleichheit und Freiheit, oder unterschiedlichen Freiheitsbegriffen) und ihre Manifestation in politischen Konflikten als ein zentraler Gegenstand Politischer Bildung angesehen werden. Auch die Frage, inwiefern Politische Bildung bestimmte politische und wirtschaftliche Ordnungen legitimieren oder zu ihrer Überwindung beitragen soll, stand wiederholt im Zentrum wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen. Politische Bildung (nicht zuletzt im Rahmen von Schule) soll einerseits zur politischen Sozialisation in unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft, andererseits zur politischen Mündigkeit der Lernenden beitragen. Diese Perspektiven ergänzen sich, stehen aber ebenfalls in einem Spannungsverhältnis. Die DVPW-Sektion „Politische Wissenschaft und Politische Bildung“ möchte mit ihrem Panel dazu einladen, diese Fragen und Kontroversen im Lichte aktueller gesellschaftlicher und politischer Probleme sowie bildungspolitischer Entwicklungen neu zu diskutieren.

Abstractband zum Sektionspanel „Wertevermittlung und Ordnungslegitimation – Aufgaben politischer Bildung (?) (PDF)

Panel: „Stand und Perspektiven der politikwissenschaftlichen Lehrerbildung“

In Zusammenarbeit mit dem Ausschuss für Lehre und Studium von Vorstand und Beirat der DVPW veranstaltet die Sektion „Politische Wissenschaft und Politische Bildung“ während des DVPW-Kongresses 2015 außerdem ein Panel zum Thema „Stand und Perspektiven der politikwissenschaftlichen Lehrerbildung“:

Der Lehrerbildung steht die Politikwissenschaft seit geraumer Zeit mit einer gewissen Ambivalenz gegenüber. Auf der einen Seite ist die Etablierung des Faches an deutschen Universitäten nach dem Zweiten Weltkrieg ganz wesentlich durch den Bezug auf die Ausbildung von Lehrer/-innen geprägt gewesen und stellt die Lehrerbildung seitdem ein festes Standbein politikwissenschaftlicher akademischer Lehre dar. Auf der anderen Seite stehen die zunehmenden Professionalisierungs-bestrebungen der Politikwissenschaft in einer Spannung oder zumindest gewissen Indifferenz zu den spezifischen Anliegen der Lehrerbildung. Parallel hat sich die Politikdidaktik als eigenständige Wissenschaftsdisziplin etabliert, bleibt dabei jedoch angewiesen auf Bezugsdisziplinen. Zugleich verschieben sich die Determinanten des schulischen Unterrichts (etwa im Verhältnis von Politik und Wirtschaft), wodurch die Politikwissenschaft herausgefordert wird, sich als Bezugswissenschaft in Lehre und Forschung, aber auch in der Öffentlichkeit neu zu positionieren. Wie kann heute eine sinnvolle politikwissenschaftliche Lehrerbildung aussehen und welche Kontextbedingungen sind dafür besonders relevant? Auf dem diesjährigen DVPW-Kongress wird es ein Panel zum Thema „Stand und Perspektiven der politikwissenschaftlichen Lehrerbildung“ geben, das sich dieser Fragen annehmen soll. Das Panel wird vom Ausschuss für Lehre und Studium von Vorstand und Beirat der DVPW und von der Sektion "Politische Wissenschaft und Politische Bildung" gemeinsam organisiert.
Impulsreferate
(1) Überblick und Einschätzungen zu Reformständen in der Lehrerbildung in den Bundesländern (dabei vor allem: Umstellung auf BA/MA); Expert/-innen: Dr. Isabel Steinhardt (Universität Kassel) und Johannes Karl Schmees, MA (TU Darmstadt)
(2) Verhältnis von fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Bildung; Experten: Prof. Dr. Thomas Goll (TU Dortmund) und Prof. Dr. Georg Weißeno (PH Karlsruhe)
(3) Einflussnahme gesellschaftlicher Kräfte(insb. Unternehmen und Interessenverbände der Wirtschaft)auf Lehrinhalte in Schulen; Experten: Prof. Dr. Tim Engartner (Uni Frankfurt) und Prof. Till van Treeck (Uni Duisburg-Essen)

PH Karlsruhe, 20.02.-21.02.2014

Sektionstagung "Politikwissenschaft und Didaktik der politischen Bildung"

Politische Bildung ist gleichermaßen didaktische Aufgabe und politisches Erfordernis in der Demokratie. Die Politikdidaktik entwickelt sich in den letzten Jahren zu einer theoriegeleiteten Disziplin. Die Politikwissenschaft scheint die politische Kultur und wenig die Didaktik im Blick zu haben. Gleichwohl haben die wechselseitigen Beziehungen zwischen der Politikdidaktik einerseits und der Politikwissenschaft andererseits eine herausragende Bedeutung.

Die Einführung und das Zusammenleben in einem demokratischen Gemeinwesen erfordert politische Bildung, unter Förderung politischen Grundwissens, politischer Urteils- und Handlungsfähigkeit. Politisches Interesse und politische Einstellungen sind genauso förderlich. Die Bildungsprozesse müssen das Bewusstsein der Menschen erreichen. Im Rahmen der Sektion Politische Bildung ist diesen Fragen immer schon Rechnung getragen worden. In Gegenwart und Zukunft besteht aber ein dringlicher Bedarf an theoretischer Inbeziehungsetzung von Politikwissenschaft und Politikdidaktik. Empirische Forschung in beiden Bereichen ist aufeinander angewiesen. Ohne politikwissenschaftliche Theorien kann es keine politikdidaktische Theorie geben. Die Politikwissenschaft ist bei der Auslastung auf Lehramtsstudierende, auf geglückte politische Bildungsprozesse, die zum Studium motivieren und die Demokratie stützen, angewiesen. Diese Perspektiven und Gemeinsamkeiten sind in letzter Zeit in beiden Disziplinen in den Hintergrund geraten. Sie bedürfen einer zeitgemäßen Klärung und Neuausrichtung. Die Tagung möchte einen Neuanfang wagen und den Austausch von Vertreter/-innen beider Disziplinen intensivieren.

DVPW-Kongress 2012: Aktivitäten der Sektion

Panel „Postdemokratie, Postnationalität, Poststrukturalismus", 26.9.2012, Universität Tübingen