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Jahrbuch

Jahrbuch für Handlungs- und Entscheidungstheorie

 
Der Begriff der sozialen Handlung wird seit langem als ein interdisziplinärer Schlüsselbegriff für die Sozialwissenschaften betrachtet. Daher gelten Handlungs- und Entscheidungstheorien als erfolgversprechende Ansätze nicht nur zur Erklärung sozialen Handelns selbst, sondern auch zur Analyse politischer und sozialer Institutionen. In dieser Perspektive begründet der Gedanke einer umfassenden Politik- und Gesellschaftsanalyse auf individualistischer Basis die Anwendung von Handlungs- und Entscheidungstheorien in Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften und anderen sozialwissenschaftlichen Disziplinen.

Das Jahrbuch für Handlungs- und Entscheidungstheorie versteht sich als Publikationsorgan für genau diese Art von Analysen. Willkommen sind alle handlungs- und entscheidungstheoretischen Beiträge, die sich entweder theoretisch mit der Handlungs-, Entscheidungs- oder Spieltheorie selbst befassen, entsprechende Modelle weiterentwickeln und/oder im sozialwissenschaftlichen Kontext empirisch anwenden.
 
Manuskripte können in deutscher oder englischer Sprache publiziert werden. Im Jahrbuch für Handlungs- und Entscheidungstheorie können vier Kategorien von Beiträgen veröffentlicht werden.
 
 
Aufsätze
Forschungsaufsätze bilden das Kernstück des Jahrbuchs. Sie können mit einem Umfang bis zu 60 000 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Fußnoten, ohne Literaturverzeichnis) wie oben beschrieben sowohl theoretische als auch empirische Forschungsfragen behandeln. Diese Fragen sind von sozialwissenschaftlicher Relevanz und werden unter Einbettung in die bestehende Literatur handlungs-, entscheidungs- und/oder spieltheoretisch beantwortet bzw. haben die Handlungs-, Entscheidungs- und/oder Spieltheorie selbst zum Gegenstand.
 
Kurzanalysen
Kurzanalysen für das Jahrbuch mit einem Umfang bis zu 40 000 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Fußnoten, ohne Literaturverzeichnis) sind ähnlich strukturiert wie Aufsätze und behandeln ähnliche Themen. Sie beschäftigen sich aber eher mit Spezialfragen, die für Experten in bestimmten Bereichen von Relevanz sind, nicht aber notwendigerweise für die gesamte Breite der Disziplin. Entsprechend kann für Kurzanalysen der Stand der Literatur knapper dargestellt werden; der Fokus liegt stärker auf der Präsentation und Diskussion von Ergebnissen – ausdrücklich auch von Simulationen und Experimenten.
 
Literaturberichte
Ebenfalls mit einem Umfang bis zu 40 000 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Fußnoten, ohne Literaturverzeichnis) können Literaturberichte im Jahrbuch für Handlungs- und Entscheidungstheorie publiziert werden. Im Gegensatz zu klassischen Rezensionen sind hierbei nicht Besprechungen einzelner Publikationen erwünscht (auch nicht als Sammelrezensionen). Vielmehr sollen Literaturberichte dazu dienen, den state of the art bestimmter, einzelner Forschungsbereiche darzustellen.
 
Replikationsstudien
Replikationsstudien prüfen entweder publizierte Befunde an neuen Daten oder analysieren die Robustheit von Befunden an Hand der ursprünglichen Daten. Auch ihr Umfang beträgt maximal 40 000 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Fußnoten, ohne Literaturverzeichnis).
 
 
Manuskripte für Band 10 können in anonymisierter Form bis zum 31. Januar 2016 eingereicht werden (den Call finden Sie hier) und durchlaufen ab dann ein Begutachtungsverfahren. Früher eingereichte Manuskripte werden entsprechend früher begutachtet, können selbstredend jedoch nicht früher gedruckt werden. Spätestens mit der Publikation sind alle für eine Replikation notwendigen Informationen, insbesondere der verwendete Datensatz sowie der verwendete Code über ein auf Dauer angelegtes Datenarchiv wie etwa GESIS öffentlich zugänglich zu machen.
 
Die Gestaltung der Manuskripte entnehmen Sie bitte den Hinweisen für Autoren!


Bisher sind zehn Jahrgänge erschienen.
Herausgeber sind die jeweiligen Sprecher des Arbeitskreises.


Band 10 (ohne Schwerpunktthema)

 
Herausgeber: Eric Linhart, Marc Debus und Bernhard Kittel
Erschienen: 2017 bei Springer VS (http://www.springer.com/de/book/9783658167134)
 
Teil I Aufsätze

Felix Hörisch und Jakob Weber: The German, the Swiss and the US Fiscal Policy Reaction to the Financial Crisis: Comparing Education and Corporate Policies from an Adapted Varieties of Capitalism Perspective

Achim Kemmerling: Populism and the Welfare State: Why Some Latin American Countries Produce Cycles Instead of Stability

Marcel Schliebs, Benedikt S. L. Fritz, Luca Messerschmidt, Johannes Volkmann und Joachim Behnke: Die Auswirkungen von Koalitionssignalen auf das Wahlverhalten. Experimentelle Befunde bezüglich der Landtagswahl in Baden-Württemberg von 2016

Jan Sauermann und Paul Beckmann: ‘Divide the Dollar’ Using Voting by Veto

Simon Scheller: Mitigating the Problem of Manipulation in the ‘Adjusted Winner’ Procedure
 
Teil II Kurzanalysen
 
Michael Jankowski und Markus Tepe: Social Heterogeneity and Choice Failure Under Condorcet and Borda


Band 9
Schwerpunktthema: Deliberation und Aggregation
 
Herausgeber: André Bächtiger, Susumu Shikano und Eric Linhart
Erschienen: 2015 bei Springer VS
 
Inhalt:
 
1. Jane J. Mansbridge: Deliberative und nicht-deliberative Verhandlungen.
 
2. Claudia Landwehr: Deliberation, Aggregation und epistemischer Fortschritt.
 
3. Thomas Kalwitzki, Bernhard Kittel, Wolfgang J. Luhan und Birgit Peuker: Strategische Wort-Wahl in der Politik: Ein qualitativer Ansatz zur Analyse experimenteller Gremienwahlen.
 
4. Léa Roger: Deliberation im Europäischen Parlament: Der Einfluss von Rollenorientierungen auf das Kommunikationsverhalten von Abgeordneten.
 
5. Norbert Schöning, Paul W. Thurner und Martin Binder: Indifferenz und Inkonsistenz als Moderatoren von Framing-Effekten: Ein Experiment am Beispiel der Kernenergie.
 
6. Johannes Raabe: Die Ministerienaufteilung in Koalitionsregierungen – eine modelltheoretische Näherung mit Hilfe von Divisor-Verfahren. 
 
Seitenzahl: 191
ISBN: 978-3-658-07583-5
 
 
Band 8
Schwerpunktthema: Räumliche Modelle der Politik
 
Herausgeber: Eric Linhart, Bernhard Kittel und André Bächtiger
Erschienen: 2014 bei Springer VS
 
Inhalt:
 
1. Eric Linhart: Räumliche Modelle der Politik: Einführung und Überblick.
 
2. Volker Dreier: Zur logischen Struktur der räumlichen Theorie der Wahl. Ein Beitrag zur Repräsentation politikwissenschaftlicher Theorien im metatheoretischen Strukturalismus.
 
3. Jochen Müller und Christian Stecker: Zur Aussagekraft von Idealpunktschätzungen in parlamentarischen Systemen. Eine Analyse potentieller Auswahlverzerrungen.
 
4. Susumu Shikano, Simon Munzert, Thomas Schübel, Michael Herrmann und Peter Selb: Eine empirische Schätzmethode für Valenz-Issues auf der Basis der Kandidatenbeurteilung am Beispiel der Konstanzer Oberbürgermeisterwahl 2012.
 
5. Guido Tiemann: Zentripetale Parteienkonkurrenz? Nähe-, Diskontierungs- und Richtungsmodelle bei Wahlen zum Europäischen Parlament.
 
6. Franz Urban Pappi und Nicole Michaela Seher: Die Politikpositionen der deutschen Landtagsparteien und ihr Einfluss auf die Koalitionsbildung.
 
7. Susumu Shikano und Sjard T. Seibert: Was verbirgt sich hinter der ämterorientierten SPD? Numerische Experimente mit der Gewichtung von Policy- und Ämtermotivation bei der Koalitionsbildung.
 
Seitenzahl: 233
ISBN: 978-3-658-05008-5
 
 
Band 7
Schwerpunktthema: Experiment und Simulation
 
Herausgeber: Thomas Bräuninger, André Bächtiger und Susumu Shikano
Erschienen: 2012 bei Springer VS
 
Inhalt:
 
1. Rebecca B. Morton und Kenneth C. Williams: Experimente in der Politischen Ökonomie.
 
2. Jan Lorenz: Zur Methode der agenten-basierten Simulation in der Politikwissenschaft am Beispiel von Meinungsdynamik und Parteienwettstreit.
 
3. Hanja Blendin und Gerald Schneider: Nicht jede Form von Stress mindert die Entscheidungsqualität: Ein Laborexperiment zur Groupthink-Theorie.
 
4. Jan Sauermann: Ticken Gruppen anders? Ein Laborexperiment zur unterschiedlichen Motivation von Individuen und Gruppen in Verhandlungen.
 
5. Ulrich Hamenstädt: Das „Lab in the field“ Experiment. Kontrolle und die Integration finanzieller Anreize in feldexperimentellen Forschungsdesigns anhand eines Beispiels.
 
6. Martin Brunner: Der Einfluss strategischen Wahlverhaltens auf den Parteienwettbewerb in Mehrparteiensystemen mit Koalitionsregierungen: Eine Computersimulation.
 
7. Eric Linhart und Friedrich Hedtrich: Prognosemärkte als Mittel zur Messung von Eintrittswahrscheinlichkeiten politischer Entscheidungen im Zusammenhang mit der Bundestagswahl 2009.
 
Seitenzahl: 200
ISBN: 978-3531196053
 
 
Band 6
Schwerpunktthema: Neuere Entwicklungen des Konzepts der Rationalität und ihre Anwendungen
 
Herausgeber: Susumu Shikano, Thomas Bräuninger und Joachim Behnke
Erschienen: 2010 bei VS Verlag für Sozialwissenschaften
 
Inhalt:
 
1. Henning Laux: In Memoriam: Rationalität.
 
2. Susanne Hahn: Rationalitätsbegriffe - von Max Weber lernen?
 
3. Johannes Marx: Rationalität, Hermeneutik und Neurowissenschaften. Eine Auseinandersetzung mit den kultur- und neurowissenschaftlichen Herausforderungen ökonomischer Theorien vor dem Hintergrund der Theorie von Donald Davidson.
 
4. Eduard Brandstätter, Ralph Hertwig und Manuela Gußmack: Entscheiden unter Risiko: Von Bernoulli zu kognitiven Heuristiken.
 
5. Roger Berger: Rationalität beim Elfmeterschießen. Entscheiden sich Bundesligaspieler strategisch optimal?
 
6. Joachim Behnke, Johannes Hintermaier und Lukas Rudolph: Die Bedeutung von Werten für Verteilungsergebnisse im Ultimatum- und Diktatorspiel.
 
7. André Bächtiger, Seraina Pedrini und Mirjam Ryser: Prozessanalyse politischer Entscheidungen: Deliberative Standards, Diskurstypen und Sequenzialisierung.
 
Seitenzahl:228
ISBN: 978-3-531-92428-1
 
 
Band 5
Schwerpunktthema: Theorien der Verfassungsreform
 
Herausgeber: Susumu Shikano, Thomas Bräuninger und Joachim Behnke
Erschienen: 2009 bei VS Verlag für Sozialwissenschaften

Inhalt:

1. Nathalie Behnke: Agenda-Setting für Verfassungsreformen.

2. Astrid Lorenz und Wenke Seemann: Verfassungspolitische Konjunkturzyklen? Überlegungen zur Wirkungsweise konstitutioneller Rigidität.

3. Dietmar Braun: Verfassungsänderung trotz vieler Veto-Spieler: Föderalismusreform in der Schweiz.

4. Katja Heeß und Christoph Hönnige: Risiken und Nebenwirkungen von Vetospielerreferenden - warum Chirac das Verfassungsreferendum verloren hat.
 
5. Matthias Lehnert und Eric Linhart: Der Einfluss der Mehrheitsverhältnisse im Vermittlungsausschuss auf die deutsche Gesetzgebung.

6. Eric Linhart: Ämterschacher oder Politikmotivation? Koalitionsbildungen in Deutschland unter gleichzeitiger Berücksichtigung von zweierlei Motivationen der Parteien.

7. Claudia Landwehr: Woher wissen wir, was wir wollen? Möglichkeiten und Grenzen der Rationalisierung von Präferenzen.

8. Joscha Legewie und Arno Simons: Zur Rationalität von Selbstmordattentätern. Kritische Überlegungen zur Anwendung von Rational-Choice Theorien.

    Seitenzahl: 276
    ISBN: 978-3-531-16523-3
 
 
Band 4
Schwerpunktthema: Parteienwettbewerb und Wahlen
 
Herausgeber: Thomas Bräuninger und Joachim Behnke
Erschienen: 2006 bei VS Verlag für Sozialwissenschaften
 
Inhalt:
 
1. Jens Hainmüller, Holger Lutz Kern und Michael Bechtel: Wahkreisarbeit zahlt sich doppelt aus - zur Wirkung des Amtsinhaberbonus einer Partei auf ihren Zweitstimmenanteil bei den Bundestagswahlen 1949 bis 1998.
 
2. Susumu Shikano: Modellgestützte Rekonstruktion und Simulation des Ergebnisses der Bundestagswahl 2005.

3. Clemens Kronenberg: Die Erklärung der Wahlteilnahme und die Grenzen des Rational-Choice-Ansatzes. Eine Anwendung des Modells der Frame-Selektion.
 
4. Michael Herrmann, Susumu Shikano, Paul Thurner und Axel Becker: Die Analyse von Wählerpräferenzen mit Rank-Ordered-Logit.
 
5. Christian W. Martin und Thomas Plümper: Instabilität von parteipolitischen Programmen: Der Einfluss der Zahl der Parteien.

6. Steffen Ganghof: Strategische Uneinigkeit? Methodische Probleme und normative Implikationen von analytischen Erzählungen über Reformblockaden.

7. Christoph Hönnige: Die Entscheidungen von Verfassungsgerichten - ein Spiegel ihrer Zusammensetzung?

8. Reinhardt Zintl: Der ökonomische Ansatz in der politischen Theorie - nützliches Instrument oder Prokrustesbett?

    Seitenzahl: 232
    ISBN: 987-3-531-15202-8
 
 
Band 3
 
Herausgeber: Joachim Behnke, Thomas Plümper und Hans-Peter Burth
Erschienen: 2004 bei VS Verlag für Sozialwissenschaften
 
Inhalt:

1. Hartmut Klimt: Beschränkte als vollkommene Rationalität.
 
2. Bernd Lahno: Is Trust the Result of Bayesian Learning?

3. Erik E. Lehmann und Susanne Warning: Effizienz von Universitäten: Anwendung der Data Envelopment Analyse für britische Hochschulen.
 
4. Bernhard Prosch und Sören Petermann: Selbstzerstörung als Drohung: Zur Modellierung des Kosovo-Kriegs.
 
5. Christian W. Martin: Der (konditionale) Einfluss internationaler Finanzinstitutionen auf die Reform der Außenhandelspolitik in Entwicklungsländern.
 
6. Joachim Behnke: Bordas Texte "Mémoire sur les Elections au Scrutin" von 1784: Einige einführende Bemerkungen.

7. Jean Charles de Borda: Über Wahlen mit Stimmzetteln.

    Seitenzahl: 199
    ISBN: 3-531-14339-5
 
 
Band 2 

Herausgeber: Thomas Plümper und Hans-Peter Burth
Erschienen: 2003 bei Leske und Budrich

Inhalt:
 
1. Philip Manow: Low-Trust and High-Trust Equilibria in Politics: Party Patronage and Political Corruption as Coordination Games.
 
2. Daniel Diermeier: Some Conceptual Issues in Institutionalist Theories of Politics.
 
3. Sonja Haug und Karsten Weber: Kaufen oder Tauschen? Reziprozität und rationales Handeln bei Tauschvorgängen unter Freunden und in Internet-Tauschbörsen.
 
4. Michael Neugart und Björn Rother: A Remedy of Fiscal Externalities in a Monetary Union.
 
5. Eduard Brandstätter und Friedrich Schneider: Wahrscheinlichkeitsverzerrungen in riskanten Entscheidungen.
 
6. Ulrich Druwe: Erklärung in der Politikwissenschaft: Über die Notwendigkeit der Revision eines zentralen Konzeptes.

    Seitenzahl: 178
    ISBN: 3-8100-3328-6
   
 
Band 1
 
Herausgeber: Ulrich Druwe, Volker Kunz und Thomas Plümper
Erschienen: 2001 bei Leske und Budrich

Inhalt:

1. Karl-Dieter Opp: Warum denken normale Leute, sie seien politisch einflußreich?

2. Joachim Behnke: Responsivität und Informationsverhalten.
 
3. Volker Stocké: Framing ist nicht gleich Framing. Eine Typologie unterschiedlicher Framing-Effekte und Theorien zu ihrer Erklärung.

4. Bernhard Prosch und Sören Petermann: Clubmitglieder, Zuckerbrot und Peitsche. Institutionen als dezentrale Kooperationsmechanismen.

5. Thomas Bräuninger: Die Bildung von Regelpräferenzen. Institutionenpolitische Entscheidungen im Schatten der Zukunft.

6. Han Dorussen: Trade Coalitions and the Balance of Power.

7. Lucian Kern: Theorien der Verteilungsgerechtigkeit.

    Seitenzahl: 216
    ISBN: 3-8100-2878-9