Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft
Arbeitskreis "Gewaltordnungen"

Aktuelle Informationen über die Aktivitäten des AKs finden sich auf der AK Webseite Aktuelle Veranstaltungen

Wir bemühen uns, die DVPW Website regelmässig zu aktualisieren.

                                                                                                                                                                                                    

 

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Transnationale Gewaltordnungen // Transnational Orders of Conflict

Workshop DVPW Arbeitskreis Gewaltordnungen 2022
03. und 04. März 2022 an der Universität Bayreuth im hybriden Format (engl./dt.)

Liebe AK-Mitglieder,

wir laden euch herzlich zu einem Workshop zum Thema ‘Transnationale Dimensionen von Gewaltordnungen’ ein. In dem Workshop wollen wir die ambivalenten und komplexen Zusammenhänge zwischen lokal verankerten sozialen und politischen Dynamiken wie lokaler Bewegungen und Proteste, nationaler, regionaler und transnationaler Politik sowie globalen Veränderungen (u.a. Globalisierung, Digitalisierung, Klimawandel) besprechen, die sich als Gewaltordnungen manifestieren. Diese Prozesse tragen dazu bei, dass die Grenzen zwischen verschiedenen Formen von Gewaltkonflikten wie internationale und innerstaatliche Konflikte, aber auch die Grenzen zwischen diesen und anderen Formen politischer und sozio-ökonomischer/struktureller Gewalt verschwimmen. Unser Interesse ist breit aufgestellt und wir freuen uns auf Beiträge, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick nehmen. Hierzu gehören Betrachtungen aus unterschiedlichen Disziplinen (z.B. Politik, Soziologie, Geschichte, Geographie, etc.) und zu unterschiedlichen Forschungsfeldern wie sozialen Bewegungen, politischer Gewalt, Peace- und Statebuilding, etc.

Bericht

Programm

Fractures and Continuities of Changing Rule in (Post-)Conflict Settings

DVPW AK Gewaltordnungen Workshop in Kooperation mit der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK)

31. März und 1. April 2021 im Online-Format (englisch)
organisiert von Regine Schwab and Hanna Pfeifer

Die konzeptuelle Trennung von staatlichen und nicht-staatlichen Akteur*innen (NSAs) wird in der Konfliktforschung schon seit einiger Zeit kritisch hinterfragt. Während einige NSAs versuchen, sich staatlicher Kontrolle zu entziehen oder den Staat aktiv zu unterminieren, ja gar umzustürzen, sind andere mehr oder weniger tief mit staatlichen Strukturen verflochten. Dies ist vor allem bei NSAs der Fall, die sowohl als Gewaltakteur*in also auch als politische Partei agieren, aber auch bei solchen, die durch den eigenen oder dritte Staaten finanziert werden. Insbesondere bewaffnete NSAs sind zudem in der Lage, territoriale Kontrolle zu gewinnen und zu erhalten, so dass sie staatsähnliche Strukturen annehmen. In diesem Kontext ermöglichen Konzepte wie „twilight institutions“  und „Verhandlung von Staatlichkeit“   eine Annäherung zwischen der Forschung zu nicht-staatlichen bewaffneten Gruppen und staatlichen Akteur*innen. Hier wurde bisher hauptsächlich auf die synchrone Untersuchung von hybrider Herrschaft in einem Gebiet abgehoben.

Die empirische Forschung ist jedoch nach wie vor größtenteils anhand der Trennlinie Rebellengruppen und staatliche Akteur*innen organisiert. Zudem fehlt eine diachrone Untersuchung hybrider Herrschaft. Deshalb wollen wir in dem Workshop vergleichende Perspektiven auf Regierungsinstitutionen (Gerichte, Schulen, Universitäten, Polizei, öffentliche Verwaltung, usw.) sowie deren Praktiken und Diskurse (d.h. im weitesten Sinne Governance) unter der Kontrolle von Rebellengruppen und staatlichen Akteur*innen richten. Insbesondere interessieren uns Brüche und Kontinuitäten unter den Bedingungen wechselnder Herrschaft in (Post-)Konfliktkontexten. Ein Augenmerk liegt hierbei auf der Struktur und den Funktionen dieser Institutionen, ein anderer auf den Erfahrungen der lokalen Bevölkerung.

Welche Institutionen übernehmen Rebellengruppen, nachdem sie ein Gebiet unter ihre Kontrolle gebracht haben, welche gründen sie von neuem? Welche werden lediglich ‚reformiert‘, aber bleiben in ihrem strukturellen Aufbau erhalten? Wie ist der Umgang mit diesen Institutionen andererseits mit den Strategien gegenüber der lokalen Bevölkerung verbunden, und welche Folgen hat dies für die Legitimität der Akteur*innen und Institutionen? Welche Rolle spielt die jeweilige Ideologie der Akteur*innen? Und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen unterschiedlichen regionalen Konfliktkontexten?

Auf der anderen Seite ist zu fragen, wie staatliche (oder ‚staatsgewordene‘) Akteur*innen mit Institutionen umgehen, die zuvor unter der Kontrolle von Rebellengruppen standen. Während ein radikaler Bruch mit diesen Institutionen plausibel erscheint, vor allem wenn es sich um unterschiedliche Akteur*innen handelt, ist auch die teilweise Übernahme, ähnlich wie bei nicht-staatlichen Akteur*innen, vorstellbar. Wie wird versucht die lokale Bevölkerung durch diese Institutionen (wieder) an den Staat zu binden bzw. auszugrenzen?
Ein dritter Bereich sind die Erfahrungen der lokalen Bevölkerung, die unterschiedliche Herrschaftssysteme, teilweise im Abstand von wenigen Jahren, oder Mischformen erleben. Wie nehmen die Menschen in diesen Gebieten selbst Parallelen und Unterschiede zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Herrschenden wahr? Welchen Institutionen wird überhaupt noch politische Autorität zugeschrieben und wie werden Erfahrungen mit unterschiedlichen Herrschaftssystemen biographisch und alltagsweltlich verarbeitet?

Bericht

Programm

Ältere Veranstaltungen

22. Veranstaltung

Schwerpunkt-Thema: Die dichten institutionellen Räume der Intervention

Freitag, 12. April 2013 von 10.30 bis 18.00 Uhr, Freie Universität Berlin

 

In zahlreichen Kriegs- oder Nachkriegskontexten lässt sich ein babylonisches Gewirr von NGOs, internationalen Organisationen und staatlichen Agenturen beobachten, die vor Ort mit unterschiedlichen Agenden intervenieren. Mit der Proliferation von intervenierenden und koordinierenden Akteuren hat sich in einigen Fällen ein regelrechtes Regime der Organisationen etabliert, das in der Forschung seit einiger Zeit unter Begriffen wie „world culture“, „Technokratie“ oder „Internationalisierung bürokratischer Herrschaft“ beschrieben und problematisiert wird. Über die Logiken und Effekte dieser institutionellen Verdichtung in Kontexten der Intervention wissen wir jedoch noch wenig. Ziel der AK-Sitzung ist es, sich mit den dichten institutionellen Räumen der Intervention in explorativer Absicht näher zu befassen und u.a. folgende Fragen zu diskutieren: Welche Arten von organisatorischen Akteuren können wir im Kontext von Interventionen unterscheiden und wie interagieren diese? Welcher Logik (Markt, Hierarchie, Netzwerk) folgen die inter-organisationellen Beziehungen und welche Widersprüche ergeben sich hieraus? Was sind die Effekte der Proliferation von Organisationen auf den Staat?

Programm

 

22. Veranstaltung

Widerstand und Herrschaft in der Weltgesellschaft

Gemeinsames Panel des AK Gewaltordnungen mit dem AK Soziologie der Internationalen Beziehungen auf dem Kongress der DVPW 2012 „Die Versprechen der Demokratie“ in Tübingen am 27. September 2012.

Bericht

Programm

Abstracts

 

21. Veranstaltung

Formen und Inhalte des Arbeitskreis Gewaltordnungen

Am 21. Juni 2012 fand in Berlin eine Diskussion über die bisherige und zukünftige Zusammenarbeit im Arbeitskreis statt.

Bericht

 

20. Veranstaltung

Wie kommt das Wissen in die Welt?

21. Oktober 2011, GIGA Hamburg

Programm

Protokoll

 

19. Veranstaltung

Processes of Radicalization and Deradicalization

6.-8. April 2011, Zentrum für Interdisziplinäre Forschung, Bielefeld

Internationale Konferenz in Kooperation mit dem Öffnet externen Link in neuem FensterInternational Journal of Conflict and Violence (IJCV).

 

Programm

Abstracts

Konferenzbericht

 

18. Veranstaltung

Was macht das Militär?

8. Oktober 2010, Berlin Graduate School of Social Sciences, Humboldt-Universität Berlin

Programm

 

17. Veranstaltung

Entwicklung als Sicherheitstechnologie - theoretische und praktische Implikationen

23. April 2010, Bonn

Programm

 

16. Veranstaltung

Klima und Gewalt - kritische und empirische Perspektiven

Panel des AK Gewaltordnungen auf dem DVPW-Kongress 2009, 25.09.2009, Kiel

Call, Beschreibung und Programm (Mai 2009)

 

15. Veranstaltung

Was macht die Polizei?Ideal und Praxis in und jenseits der OECD-Welt

17. April 2009, Otto-von-Guericke Universität Magdeburg

Programm

 

14. Veranstaltung

Verregelung der Gewalt - Gesellschaften zwischen Krieg und Frieden"

10.-11. Oktober 2008, Universität Hamburg

Gemeinsame Tagung mit der Öffnet externen Link in neuem FensterArbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg

Programm

 

13. Veranstaltung 

Social figurations of violence and war beyond the state

21.-22. Februar 2008 am MPI in Halle/Saale

Gemeinsamer Workshop mit dem Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung

Programm

 

 

 

Veranstaltungen der Ad-hoc-Gruppe "Gewaltordnungen"

 

 

 

12. Veranstaltung

Gewalt/Räume - Kritische Perspektiven zu Territorialität und politischer Herrschaft (Oktober 2007, Hamburg)

Bericht

 

11. Veranstaltung

Was passiert im Krieg? (Februar 2007, Berlin)

Bericht

10. Veranstaltung

Agents for Change? Agenda setting by international non-governmental agencies in conflicts and crises (September 2006, Münster)

Bericht

 

9. Veranstaltung

Balancen von Macht, Recht und Demokratie in Post-Konflikt-Gesellschaften (Februar 2006, Hamburg)

Bericht

 

8. Veranstaltung

Outsourcing von Staatlichkeit - reversible oder irreversible Prozesse? (Juni 2005, Hamburg)

Bericht

 

7. Veranstaltung

Gewaltakteure und das Steuer- und Gewaltmonopol (November 2004, Berlin)

Bericht

 

6. Veranstaltung

Staat, Gewaltakteure und Wohlfahrt (Januar 2004, Berlin)

Bericht

 

5. Veranstaltung

Privatisierung des Sicherheitssektors, Drogenpolitik, Verhältnis von Wirtschaft - Gesellschaft - Krieg (September 2003, DVPW-Kongress, Mainz)

Bericht

 

4. Veranstaltung

Feldforschung in Gewaltkontexten (Dezember 2002, Berlin)

Bericht

 

3. Veranstaltung

Akteure in Gewaltordnungen (Juli 2002, Berlin)

Bericht

 

2. Veranstaltung

Theorien und Begriffe zu Gewaltordnungen (Februar 2002, Berlin)

Bericht

 

1. Veranstaltung

Schattenglobalisierung, Kriegsökonomien und Spielregeln der Gewalt (September 2001, Berlin)

Bericht